„Sterne sehen“

Eine Stern – Aktion etwas anderer Art …

An vielen Projekten und Häusern in Potsdam hängen inzwischen Sternelemente aus dem Fassadenschmuck der Fachhochschule.
Und diese haben eine wichtige Botschaft:

Dieser Stern ist Teil der Kunstaktion „Sterne sehen!“, zu der sich Potsdamer*innen zusammengeschlossen haben, um sich in der Diskussion um die Stadtplanungs- und Wohnungspolitik Potsdams zu positionieren.

Passend zur Adventszeit findet ihr hier einen Bastelbogen: „Mein FH – Stern zum Selbermachen“ – einfach ausdruckbar auf 160er DIN A4 – oder DIN A3 – Bögen, falten, kleben und Strippe dran, schon habt ihr ein bisschen Protest am Weihnachtsbaum!

FH-Stern-Bastelbogen

Der vierzackige Stern war ein Element des Fassadenschmucks der Fachhochschule Potsdam, bis diese im September 2018 trotz langer Proteste abgerissen wurde. Er ist in verschiedenen Varianten überall dort zu sehen, wo sich Menschen für eine basisdemokratische und soziale Stadtpolitik von unten bekennen möchten.

Der Stern ist ein Protest gegen die politische Kultur in unserer Stadt, in der erfolgreiche Bürger*innenbegehren mit juristischen Tricks ausgehebelt werden, um Investor*innen zu ihrem Profit zu verhelfen; in der die Architektur der DDR zugunsten pseudohistorischer Attrappen aus dem Stadtbild gelöscht wird und in der ziviler Ungehorsam als Mittel der politischen Auseinandersetzung kriminalisiert wird.

Der Stern ist eine Anklage gegen die ständig steigenden Mieten in Potsdam und anderswo, die Menschen aus oder an den Rand der Stadt drängen. Dieser Prozess ist Ergebnis einer jahrelangen Wohnungspolitik, die auf Privatisierung ausgerichtet ist, und die den Immobilienbesitzer*innen in die Taschen spielt.

Der Stern ist eine traurige und wütende Erinnerung an die Fachhochschule, für deren Erhalt und Weiternutzung es ein vielseitiges Nutzungskonzept gegeben hätte, in dem Kulturschaffende, Künstler*innen und andere Initiativen den dringend fehlenden Raum gefunden hätten. Eine unkommerzielle und langfristig erschwingliche Nutzung dieses ehemals öffentlichen Raums hätte Potsdam besser getan, als eine weitere Privatisierung städtischer Flächen mit kurzzeitigen Mietpreisbindungen und noch mehr Preußisches Barock.

Deswegen hängt hier dieser Stern. Und weil er schön ist.

Aktion „Sterne sehen“

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