Dokumentation zu den Immobilieninvestoren auf dem RAW – Gelände…

… und anderswo.

Das Netzwerk „Stadt für alle“ hat die folgende zusammenfassende Dokumentation an alle Stadtverordneten, den Oberbürgermeister und die Medien der Region verschickt, um darauf aufmerksam zu machen, aus welch zwielichtigen Quellen oft die Immobilieninvestitionen in diese Stadt kommen.
Und natürlich deshalb, um kritisch hinzuschauen, wenn in Potsdam Steuersparmodelle umgesetzt, Geld gewaschen, Renditeerwartungen erfüllt werden sollen – statt eine bezahlbare Stadt für die BürgerInnen zu gestalten.

RAW und Investoren in Potsdam I

Dokumentation: Hintergründe zu den Besitzern und Investoren auf dem RAW – Gelände in Potsdam – … und anderswo.

Die Stadt Potsdam hat in den letzten 20 Jahren nahezu alle verfügbaren Flächen an Immobilieninvestoren verkauft.

Dabei spielte es eigentlich nie eine Rolle, wer diese waren, welche Firmen dahinter steckten und woher deren Kapital kam. So kamen in Potsdam auch Unternehmen zum Zuge, die anderswo höchst umstritten sind, die für Vertreibungen und Verdrängungen, Bauprojekte an konfliktreichen Orten und für Spekulationen mit Wohnraum bekannt sind.

Beispielhaft seien hier nur die Firmengruppe Groth genannt, die in der Speicherstadt gebaut hat und die Sanus – AG, die einen großen Teil des Brauhausberges bebaut. Groth hat in Berlin lange Sozialwohnungen im gehobenen Standard gebaut, deren Mietpreisbindung heute ausgelaufen ist und baut aktuell vor allem Luxusprojekte wie im Mauerpark, wo es deshalb starke politische Auseinandersetzungen gab: https://www.berliner-zeitung.de/berlin/wohnungsbau-investor-groth-gruppe-in-berlin-anwohner-am-mauerpark-sprechen-von-erpressung-3317898 . Die Sanus – AG arbeitet bevorzugt mit sogenannten „geschlossenen Immobilienfonds“ und ist wegen mehrerer Spekulationsprojekte in Berlin in den Schlagzeilen: https://www.zeit.de/2016/43/immobilienmarkt-immobilien-berlin-boom-investoren-rendite-verlust .

Logische Konsequenz: im Risiko-Rendite-Rankings 2018“ für Ostdeutschland des bundesweit aktiven Immobilienvermarkters Dr. Lübke & Kelber landete Potsdam als risikoärmster Standort auf dem ersten Platz.

Wie wenig Interesse Politik und auch Lokalmedien in Potsdam daran haben, sich mit dem Agieren und Hintergründen großer Immobilienkonzerne zu beschäftigen ist aktuell auch an der Entwicklung im neuen Stadtteil Krampnitz zu beobachten. Während in Berlin ein Bürgerbegehren dazu läuft, die „Deutsche Wohnen“ zu enteignen, der Senat alles versucht, Wohnungsverkäufe an diese in der Karl – Marx – Allee zu verhindern, ist die „Deutsche Wohnen“ in Potsdam offensichtlich unumstrittener Partner. Dabei hat die Kritik an ihr eine Menge Gründe: https://www.huffingtonpost.de/marcel-eupen/wohnungsnot-vermieter-deutsche-wohnen_b_18563992.html

Das Netzwerk „Stadt für alle“ versucht aktuell vor allem am Beispiel der Planungen für das ehemalige RAW – Gelände deutlich zu machen, warum es für die Stadt Potsdam durchaus wichtig wäre, hinter die Kulissen toller Fassaden und Hochglanz – Broschüren zu schauen.

Die RAW Potsdam GmbH ist Teil eines undurchsichtigen Geflechtes aus Beteiligungsgesellschaften und windigen Geldgebern – oft aus den Steuerparadiesen der Welt.

Das Fazit unserer Recherchen ist gleichzeitig eine Aufforderung an die politisch Verantwortlichen dieser Stadt, diese tatsächlich wahrzunehmen und diese Form der Immobilienpolitik zu beenden!

  • Fast alle diese Immobilieninvestoren arbeiten mit einem vielfältigen, undurchsichtigen Geflecht an immer neu gegründeten Beteiligungsgesellschaften und Immobilienfonds. Es ist für eine Kommune fast unmöglich, hier die wirklichen GeldgeberInnen und BesitzerInnen zu erkennen. Und es wird im Streitfall kaum möglich sein, irgendwen haftbar zu machen, wenn ein Projekt scheitert.

  • Die wirklichen InvestorInnen und GeldgeberInnen sind nicht selten Unternehmen, Staaten und Institutionen, die mit ihrem Investment Geld waschen wollen, die damit Steuern sparen und Finanzflüsse verschleiern wollen. Es kann für eine Stadt doch nicht egal sein, ob hier Schwarzgeld und Geld aus kriminellen Geschäften und Korruption investiert und reingewaschen wird!

  • Solche Investoren kennen alle rechtlichen und finanztechnischen Tricks und Möglichkeiten, Kosten zu sparen und auf Staaten abzuwälzen. Meist werden negative Bilanzen ausgewiesen, die Gewinne dann aber in Unternehmen in Staaten überwiesen, wo kaum Steuern gezahlt werden müssen – wie zum Beispiel in Zypern. So gehen auch Kommunen Steuern verloren, vor allem bei der Grunderwerbssteuer können Investoren durch Beteiligungen von unter 95 % an Immobilienunternehmen diese praktisch einsparen.

  • Solche Modelle der Finanzierung über Immobilienfonds und als Anlageobjekte verlangen geradezu den Bau von Luxusprojekten. Nur dadurch kann die versprochene Rendite garantiert werden. Die besonderen Lagen der Objekte, die beschriebene Finanzierung und ihre teure und exklusive Gestaltung führen konsequenterweise dazu, dass die künftigen MieterInnen, KäuferInnen und NutzerInnen dafür sehr viel bezahlen müssen. Deshalb mieten in der Speicherstadt eben keine „normalen“ PotsdamerInnen, deshalb werden auf dem geplanten IT – Gelände ganz sicher keine kleinen Start – ups und Kreative Räume mieten können.

  • Das Geschäft mit Immobilien und die Strategie, das viele freie Kapital auf diesem Markt zu investieren ist längst ein globaler Trend der Kapitalverwertung. Oft geht es überhaupt nicht mehr darum, Wohnungen oder Gewerberäume für eine Region, eine Stadt zu bauen, sondern ein Projekt, was quasi von den Wertsteigerungen auf dem Markt lebt. So, wie dieser seit Jahren steigt, wird nur noch darauf spekuliert, von dieser Steigerung zu profitieren. Wer kann also sagen, an wen das Objekt auf dem RAW – Gelände nach Fertigstellung verkauft wird? Welche Immobilienverwertungsgesellschaft kommt dann zu Zug – wie zum Beispiel im Kirchsteigfeld inzwischen „Vonovia“ – zum Leidwesen der MieterInnen?! Und was passiert, wenn die diese Blase irgendwann doch platzt und die kalkulierten Wertsteigerungen nicht mehr verwirklichbar sind? Welche Bauruinen und Leerstände werden wir dann in Potsdam haben?

  • Zuletzt: Jede dieser Immobilieninvestitionen nehmen der kommunalen Politik, den Menschen dieser Stadt Handlungsmöglichkeiten, die Stadt selbst zu gestalten. Wenn wir BürgerInnen bezahlbare Wohnungen, kleinen Gewerbetreibenden und Kreativen Räume zur Verfügung stellen wollen, dann wird dies nicht über Geschäfte mit solchen Unternehmen gehen, sondern nur gegen sie!

www.potsdam-stadtfueralle.de

Wir dokumentieren im folgenden die drei Rechercheartikel des Redaktionsteams der Plattform www.potsdam-stadtfueralle.de

Wer steckt eigentlich hinter dem geplanten Projekt auf dem RAW – Gelände? I

Ein Blick hinter die Kulissen von internationalen Kapitalinvestoren
www.potsdam-stadtfueralle.de vom 30.11.2018

Was für eine Euphorie.
1000 neue Arbeitsplätze und mindestens 100 Millionen € Investitionensumme in einem „IT – und Innovationszentrum“ auf dem RAW – Gelände seien geplant, ließ ein smarter junger Manager namens Mirco Nauheimer verlauten. Und die Stadtverwaltung – Bauamt, Wirtschaftsförderung, Parteien brechen in Jubel aus. „Das sind das alles Nachrichten, von denen wir vor ein paar Jahren noch nicht zu träumen gewagt hätten“, lässt sich der Chef der Potsdamer Wirtschaftsförderung in der PNN zitieren.

Wer aber steht hinter den genannten Firmen und neuen Besitzern? In Potsdam wird danach wie gehabt nicht gefragt. Hier gibt es schon viele Jahre nur kritiklosen Jubel, wenn Immobilieninvestoren die Stadt aufkaufen.

Dabei ist es gar nicht so nicht schwer, Informationen zu bekommen, die zumindestens Misstrauen und eine gründliche Recherche begünden würden.
Wir haben uns diese Mühe mal gemacht und sind auf ziemlich deutliche, aber auch undurchsichtige Verbindungen gestoßen.

Ausgangspunkte dieser Recherchen ist die Trockland GmbH, die bis vor kurzem als Eigentümer und Investor aufgetreten ist. Die Trockland GmbH ist vor allem in Berlin aktiv und ist dort mit mindestens zwei Projekten in die öffentliche Diskussion geraten, die höchst umstritten sind. So will die Firma die beiden letzten Brachen am historischen Ort des Checkpoint Charlie entwickeln und dort ein Hotel, Büros und Luxuswohnungen bauen. Erst in den letzten Tagen ist darüber wieder intensiv berichtet und gestritten worden.

https://www.berliner-zeitung.de/berlin/bauplaene-am-checkpoint-charlie-wer-steckt-hinter-dem-investor-trockland–31664012

Das zweite bekannte Projekt steht an der Eastside Galery und ist wegen seines Eingriffs in die historische Substanz und wegen den dort geplanten Luxusbauten genauso umstritten.

Im Zuge dieser Diskussionen haben mehrere Zeitungen in der Hauptstadt das getan, wozu in Potsdam weder die Lokalmedien, noch die Politik willens sind: Sie haben hinter die Kulissen der Trockland GmbH geschaut.
Die Berliner Zeitung schreibt dazu am 29.11.2018: „Das Geflecht der Gesellschaften, die sich laut Handelsregistern und Wirtschaftsdatenbanken hinter diesem Namen verbergen, ist schwer zu greifen: Das Netzwerk umfasst eine Vielzahl teilweise ineinander verschachtelter Firmen, darunter mehr als ein Dutzend Objektgesellschaften, die als Firmenhüllen für einzelne Immobilien dienen.“

Trotzdem wird schnell klar. Hinter Trockland stehen vor allem russische Banken und Investmentfonds, so unter anderem die VTB – Bank. Finanzchef und wesentlich an der Finanzierung beteiligt ist Wladimir Sokolow, CEO des Investmentfonds der VTB – Bank und Schwiegersohn des früheren turkmenischen Präsidenten Saparmurad Nijasow. Dessen skurriles, autoritäres Regime steht seit langem wegen Menschenrechtsverletzungen in der Kritik, die russische VTB – Bank hingegen auf der Sanktionsliste der EU wegen großer Nähe zu W. Putin.

Nun ist Trockland ja angeblich ausgestiegen und neu im Spiel ist die RAW Potsdam GmbH . Was aber bei genaueren Hinsehen auffällt ist der Firmensitz: Zypern. Dies ist auch der Sitz der Trockland Holdings Limited und auch die russische VTB – Bank taucht dort wieder auf – die RCD – Bank ist eine ihrer Töchter. Zypern aber gilt als Steuer(vermeidungs) Paradies und sein Bankensektor als völlig intransparent. Vor allem russische Banken und Fonds nutzen die Insel schon lange als Schlupfloch, um Geld in der EU anzulegen und zu waschen. Daher kommt also ein Großteil der Gelder, welche in Potsdam investiert werden sollen.

Nur der Vollständigkeit halber – die Zeitungen in Berlin listen weitere Beteiligungen, Gläubiger und Geldgber auf: In Luxemburg, in Liechtenstein und im US – Bundesstaat Delaware – das „who is who“ der globalen Steuerparadise. Da wundert es nicht, dass Trockland Beteiligungen auch in den Panama – Papers auftauchen.

Selbst die Hauptbeteiligten an diesem Geschäft sagen klar und öffentlich, sie sammeln für solche Projekte vor allem sogenanntes Mezzanine-Kapital, also hochverzinstes Risikokapital.

Dies mitberechnet bedeutet vor allem, dass an dem Standort in der Mitte Potsdams, bei dem anspruchsvollen architektonischen Entwurf schon jetzt klar ist, was an Mieten für künftige NutzerInnen rauskommen wird.
Ganz sicher wird das neue RAW – Gelände kein Standort für neue Startups, Vereine, die Medienarbeit machen oder junge Kreative.
Stattdessen wird in Potsdam Geld gewaschen und zwielichtige Investoren werden damit Spekulationsgewinne verwirklichen.


Bildquelle:

https://www.northdata.de/

Wer steckt eigentlich hinter den Investoren auf dem RAW – Gelände? II

… Teil 2

www.potsdam-stadtfueralle.de vom 13.12.2018

Da es offensichtlich weder der kommunalen Politik, noch Lokalmedien wirklich interessiert oder sie nicht bereit sind, wirklich kritisch nachzufragen, haben wir mal weiter recherchiert: Wer steckt eigentlich hinter immer noch unbekannten Investoren auf dem ehemaligen RAW – Gelände?
Wir halten dies auch deshalb für so wichtig, weil in Potsdam schon viel zu lange völlig kritiklos mit den Investitionen von großen Immobilienfirmen umgegangen wird. Niemand hat jemals gefragt, wer hinter Groth (in Berlin hochumstritten!), hinter Prinz von Preußen AG (da reicht schon der Name, um in Potsdam Vertrauen zu schaffen) oder hinter den vielen Investitionen von Semmelhaack steht.

Dabei sind die meisten Informationen für alle öffentlich – die es wissen wollen.

Na dann, fangen wir mal mit einer grundsätzlichen Erkenntnis an: Hinter der RAW Potsdam GmbH steht genau das selbe Firmengeflecht wie bisher. Eigentlich haben Mirco Nauheimer und co. nur eine neue GmbH gegründet, die mit den gleichen anderen Unternehmen und PartnerInnen verbunden ist wie bisher. Natürlich ist Mirco Nauheimer weiter Geschäftsführer der East Side Gallery Berlin GmbH – höchst umstritten in Berlin und eng mit der Trockland GmbH verbunden.

Der oben gezeigte Sreenshot der spannenden Plattform https://www.northdata.de zeigt einen winzigen Auszug daraus. Auf dieser und vielen anderen Seiten werden schnell diese Erkenntnisse deutlich:

  1. Bei der Recherche der Verbindungen zwischen den vielen Firmen tauchen die Namen auf, die auch bisher schon in Verbindung mit den Kontakten nach Rußland (Boris Yershov), nach Zypern ( Neofytos Styliano)
    und Israel ( Nathaniel, Yeheskel, Ammon Barak) bekannt waren. Natürlich ist die Trockland GmbH – oft mit verschiedenen Beteiligungsgesellschaften wie die Trockland IX Real Estate GmbH (es gibt übrigens allein 15 Trockland GmbH `s!) vetreten, selbstverständlich gehören zum Geflecht auch so schöne Firmen wie die Central Park Immobilienholding GmbH oder die Havelmeer Properties GmbH – beide übrigens mit Sitz in Potsdam, Am Neuen Markt 3.

  2. Was bei all diesen Firmen schnell auffällt – es sind fast alles sogenannte „Beteiligungsgesellschaften“. Deren Zweck wird dann meist so beschrieben: „Der Erwerb, der Verkauf, die Vermietung, das Halten und Verwalten von und der Handel mit Grundstücken einschließlich aller damit im Zusammenhang stehender Tätigkeiten.“ – sprich, sie werben Investitionen ein, um damit Immobilienhandel zu betreiben, sie sind selbst gar nicht wirtschaftlich tätig.

  3. Die meisten hier genannten und im Firmengefecht sichtbaren Gesellschaften weisen kaum Eigenkapital auf. Sie haben eine geringe Bilanzsumme und machen fast jedes Jahr Verlust. So auch die anderen Firmen von Mirco Nauheimer. Die Capital Lake Investment Holding hat er 2011 aufgelöst nach einem Verlust von 54.381 € bei einer Bilanzsumme von 45.404 €. Die Hauptstadtsee Grundbesitz GmbH, deren Geschäftsführer er war (danach Ammon und Miriam Barak) hatte 2013 eine Bilanzsumme von 922.297 € und machte damit – wie in fast allen anderen Jahren – einen Verlust von 20.719 €.

  4. Sehr oft sind die meist in sehr kurzen zeitlichen Abständen neu gegründeten Beteiligungsgesellschaften mit anderen großen Unternehmen in Form eines
    “ Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages“ verbunden. Das heißt im Grunde, sie sammeln eigentlich nur Geld ein und werden real von viel größeren Investmentgesellschaften beherrscht, an die sie alle Gewinne abführen.Sehr interessant ist auch die Aussage der RAW Potsdam GmbH, schon IT – Firmen zu haben, die auf dem RAW – Gelände mieten wollen.  Im sichtbaren Firmengeflecht gibt es auch einige IT – Firmen, die eigentlich genauso funktionieren wie die oben genannten Beteiligungsgesellschaften. Sie sind selbst eigentlich gar nicht wirtschaftlich tätig, sondern sammeln nur Geld von Investoren ein und legen es in Immobilien an.
    Und: Über Nathaniel Yeheskel gibt es auch klare Verbindungen zur „Deutschen Wohnen“ – in Dresden.
    Ganz spannend ist es, sich mal alle Verbindungen nach Zypern und Rußland anzuschauen. Mal sehen, wen die RAW Potsdam GmbH als Investor präsentiert.
    In Zypern – hier kommen, wie schon beschrieben – viele der Finanzgeber der Trockland Unternehmen her, tummeln sich bis heute jede Menge Fonds (Zypern Ltd!) und Filialen russischer Banken, hier wird selbst nach Auskunft der EU russisches Schwarzgeld gewaschen.
    In der „Welt“ heißt es 2013: „2011 wurden allein aus Zypern 128,8 Milliarden Dollar an derartigen ausländischen Direktinvestitionen nach Russland überwiesen. „Es ist unwahrscheinlich, dass Zypern, dessen Bruttoinlandsprodukt rund 23 Milliarden Dollar beträgt, solch riesige Investitionen in Russland tätigen kann, es sei denn diese Investitionen basieren auf illegalem russischem Vermögen“, heißt es in der Studie. Anders ausgedrückt: Dieses Geld kann nur aus illegalen Quellen stammen.“
    Und um noch mal die „andere Seite“ zu Wort kommen zu lassen: Wie attraktiv ist es eigentlich, in Zypern Geld anzulegen, Geld zu waschen und dies wieder anderen EU – Ländern zu investieren:

„Hier auf GoodbyeMatrix haben wir bereits des öfteren über interessante Länder aus steuerlicher Sicht berichtet. In diesem Artikel möchte ich mich mit Dir über ein Steuerparadies mitten in Europa unterhalten welches wohl die wenigsten auf dem Schirm haben. In der Vergangenheit ist Zypern durch seine Bankenkrise negativ in der Presse gewesen. Seitdem hat sich aber einiges im Land getan und die zypriotische Regierung setzt aktuell alles daran dieses Land so attraktiv wie nur möglich zu machen.
Und dies bisher mit Erfolg. Aktuell (Anfang 2018) strömen hunderte Unternehmer in dieses Land, vorrangig aus Deutschland, Österreich, Frankreich, Russland & vielen weiteren Ländern. Als wir Ende 2017 im Land vor Ort waren um selber dort den Wohnsitz anzumelden, hatte sich bereits eine sehr große deutsche Unternehmercommunity etabliert. Wir konnten viele bekannte Gesichter aus dem online Marketing treffen und hatten einiges an Spaß. In Zypern arbeiten wir übrigens mit der wohl besten Anwaltskanzlei zusammen und helfen auch Dir sehr gerne dabei Deinen steuerlichen Wohnsitz ins Ausland zu verlegen.“
Quelle: https://goodbyematrix.com/firmengruendung-zypern-steuern-non-dom-wohnsitz-auswandern-cyprus-tax/

Was ist nun das Fazit dieser neuen Recherche?
Beim RAW – Gelände werden Unternehmen tätig, die darauf spezialisiert sind, Immobilien zu erwerben, zu verwerten, mit Gewinn weiter zu veräußern. Hier wird Geld aus der ganzen Welt eingesammelt und dabei auch gewaschen, hier sind Firmengeflechte am Werk, die sich ganz bewusst nicht in die Karten schauen lassen.

Bildquelle:

Stadt Potsdam

Wer steckt eigentlich hinter den Investoren auf dem RAW – Gelände? III

„Der ist mein Alter, EU-Bürger, männlich, drei Kinder.“

www.potsdam-stadtfueralle.de vom 29.12.2018

… so Mirco Nauheimer am 21.12.2018 gegenüber der MAZ.
Na, dann ist ja alles klar, da kann es keine Probleme mehr geben mit dem Investment auf der RAW – Gelände.
Oder?
Wir aber trotzdem weiter recherchiert. Und sind dabei auf eine Menge neuer Informationen, Netzwerke und Ungereimtheiten gestoßen.

Zuerst wollen wir weiter auf die Aussagen des RAW Potsdam GmbH  – Geschäftsführers Mirco Nauheimer eingehen. Mit dem Namen Vitali Kivmann hat dieser gleichzeitig einige alte Netzwerke bestätigt und auf neue hingewiesen. Gemeinsam mit Kivmann war Nauheimer 2015/ 2016 Geschäftsführer der East Side Gallery GmbH Berlin, auch ein höchst umstrittenes Trockland Projekt. Wer sich auf diversen Portalen (https://www.moneyhouse.de ) die Vita solcher Gesellschaften und Geschäftsführer anschaut, wird beide Namen sehr oft finden. Das legt nahe, dass es sich im Grunde um Strohmänner handelt, die immer wieder aufs neue als zeitweilige Geschäftsführer von Beteiligungsgesellschaften eingesetzt und dann wieder durch andere ersetzt werden.
Nauheimer ist aktuell unter anderem Geschäftsführer der Ampar Investment GmbH und der Salaground Real Estate GmbH & Co. KG, bei moneyhouse sind seit 2005 allein 11 weitere Gesellschaften aufgeführt, bei denen er zeitweise Geschäftsführer, manchmal auch gleich Liquidator war. Bei Kivmann ist das ähnlich. Andere Namen, die hier in Zusammenhang mit Nauheimer immer wieder auftauchen sind Lars Bruch und natürlich immer wieder auch Yeheskel Nathaniel.
Hier findet man eine kleine Übersicht dieses Netzwerkes:

netzwerk-graph-mirco-nauheimer-bruch_29-12-2018

Viele dieser Gesellschaften haben natürlich auch gemeinsame Adressen. Auf die Trockland – Adresse in der Hauptstraße 27 in Berlin – Charlottenburg wurde schon verwiesen, wo viele Firmen ihren Sitz haben, die auch heute noch mit Nauheimer zu tun haben. Noch interessanter ist allerdings die Adresse Emser Straße 9 – ein Hinterhof in Berlin – Schöneberg. Hier hat die aktuelle Kivmann – Gesellschaft – die Anderle Ostpreussendamm GmbH & Co.KG ihren Sitz, aber auch die RAW Media Havel GmbH, der Gründername unserer RAW Potsdam GmbH. Wer sich aber die Geschichte dieser Adresse anschaut, gerät „zufällig“ an die Namen der schlimmsten Immobilienspekulanten der 80 ` er und 90 ´ er Jahre in Westberlin. Dort residierte unter anderem die berüchtigte Henning von Harlessem GmbH, hinter der sich nach Angaben der Taz vom 01.08.1994 „eine Gruppe stadtbekannter Spekulanten verbirgt“, die in der Zeit Dutzende Häuser in Berlin haben verfallen lassen, Hausprojekte geräumt und abgerissen haben. Den Übergang in unsere Zeit bietet dann die Lenz Unternehmensgruppe, mit der wiederum Mirco Nauheimer bis heute Geschäftsverbindungen hat.

Natürlich gibt es auch neue Verbindungen nach Zypern. Gesellschafter der RAW Potsdam GmbH ist die Green Palmer Holdings Ltd. mit Sitz in der zyprischen Hafenstadt Limassol. Eigentlich sollte schon dies allein misstrauisch machen. Holdings und (Zypern) Limited werden als Rechtsformen zur Steueroptimierung auf Hunderten von Plattformen, bei Notaren und Anwaltskanzleien angeboten. Zypern wird dort meist als der EU – Staat genannt, wo genau dies am Besten umzusetzen ist.
Der Berliner Mieterverein beschreibt deren Arbeit so:
„Die Steuervermeidung läuft im Prinzip meist so, dass ein Konzern mit Sitz in einem Steuerparadies Tochterfirmen in Deutschland gründet und diesen zum Bauen und Bewirtschaften von Wohn- oder Gewerbegebäuden Kredite gibt. Die Töchter zahlen diese Kredite zuzüglich Zinsen jahrelang an das Mutterunternehmen zurück. Dadurch wird der in Deutschland erwirtschaftete und zu versteuernde Gewinn erheblich reduziert oder sogar auf Null gedrückt. Über die Kreditrückzahlung fließt der Gewinn an die ausländische Konzernmutter, die ihn an ihrem Unternehmenssitz nur minimal versteuern muss. Die Tochterfirmen, die das eigentliche Geschäft betreiben, werden „armgerechnet“, die deutschen Finanzämter gehen leer aus.“
Wer sich mal die Bilanzen der hier genannten Unternehmen ansieht, kann genau dieses Modell entdecken. Allein die East Side Gallery GmbH weist jahrelang ein Minus aus, 2013 zum Beispiel von 985.939,40 €.
Aber uns ist noch ein spannendes Detail aufgefallen. Sowohl die East Side Gallery GmbH – Gesellschafter dort ist eine Rumbeck Investments Ltd. – als auch die RAW Potsdam GmbH – Gesellschafter dort die schon genannte die Green Palmer Holdings Ltd. haben beide die gleiche zypriotische Gesellschaft als Verwalter in der gleichen Stadt – in Limassol die CYPROSERVUS CO. LIMITED , Secretary.

Wichtig ist uns deshalb noch ein erstes Fazit vor allem für unsere PolitikerInnen in Potsdam.

Die RAW Potsdam GmbH ist keine große Firma mit Kapital, was sie ausgerechnet zum Segen der Stadt anlegen will. Sie ist eine von ganz vielen Beteiligungsgesellschaften ohne Eigenkapital, ohne eigene Geschäftstätigkeit. Sie ist – wie viele vorher aus einer Vorratsgesellschaft in Berlin gebildet worden – der VBB Vorratsgesellschaften GmbH, Friedrichstraße 133, 10117 Berlin. Das kann im Grunde jeder und Mirco Nauheimer hat dies schon ganz oft getan. Die Auftraggeber dieser Gesellschaften sitzen in der Regel in Steueroasen und in Ländern, die dringend Anlagen brauchen, um ihr Geld zu waschen und Steuern zu sparen. In unserem Fall ist davon auszugehen, dass fast alle Wege nach Russland und Zypern führen. Und Immobilien sind aktuell eine der lukrativsten Anlagemöglichkeiten – gerade in Städten wie Potsdam, wo weder Stadt noch Medien bereit sind, kritisch hinzuschauen.
Deshalb gibt auch nicht den einen großen Investor. Das Geld wird aus ganz vielen und undurchschaubaren Quellen kommen, uns wird irgendwann ein Name genannt, der in den Netzwerken ebenso oft auftaucht wir Nauheimer.
Fast alle diese Gesellschaften haben sogenannte „Beherrschungs- und Gewinnabführungsverträge“ so mit der PIER Hospitality GmbH – hier wären wir dann wieder bei Trockland – Firmen und Yeheskel Nathaniel. Deshalb haben diese Gesellschaften in der Regel eine negative Bilanz und werden nach einer Weile liqudiert. Dann kommen neue Gesellschaften ebenso zweifelhaften Rufs.
Was bleibt dann für Potsdam?
Vielleicht wird hinter verschlossen Türen schon so etwas verhandelt, was Trockland in Berlin gelungen ist und von dem die Berliner Zeitung am 3.12.2018 berichtet hat: „Das Park Center Herzberge, ein denkmalgeschützter Industriebau in Lichtenberg, wurde 2013 von Trockland übernommen. Der Investor vermarktet den Komplex als Standort für Start-ups und Dienstleistungsfirmen. Auf der Website von Trockland steht, dass die 23.600 Quadratmeter zu Hundert Prozent gewerblich vermietet werden. Auch der Ankermieter ist genannt, der mit 46 Prozent knapp die Hälfte des riesigen Areals mietet: das Land Berlin.“

Netzwerk „Stadt für alle“ Potsdam
www.potsdam-stadtfueralle.de

Kontakt: blog@potsdam-stadtfueralle.de

 

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