Presseinformation: Aktionstag gegen Mietenwahnsinn am 6. April auch in Potsdam!

Medieninformation: Aktionstag „Gemeinsam gegen Verdrängung und #Mietenwahnsinn“ am 6. April 2019 in Potsdam

Am Samstag, den 6. April 2019 findet ein europaweiter Aktionstag unter dem Motto „Gemeinsam gegen Verdrängung und #Mietenwahnsinn“ statt. Nach aktuellem Stand werden sich Menschen in fast 40 Städten in Deutschland und ganz Europa daran beteiligen.

In großen Städten und Ballungsräumen spitzen sich Verdrängung, Wohnungsnot und Mietenwahnsinn immer weiter zu. Immobilien-Haie wie Deutsche Wohnen, Vonovia und Co. generieren Rekordprofite und Mieter*innen werden in existenzielle Nöte getrieben. Die herrschende Politik bietet keine Lösungen, sondern ist Teil des Problems.“, heißt es im gemeinsamen Aufruf des Aktionsbündnisses „Mietenwahnsinn stoppen“.

Und: „Eine starke Mieter*innenbewegung ist nötig, um das Grundbedürfnis nach Wohnen der Verwertungslogik zu entziehen. Wir fordern  eine Wohnungspolitik, die sich an den Bedürfnissen der Menschen orientiert und nicht an den Profitinteressen der Investor*innen.“.

Auch Potsdam wird sich an diesem Aktionstag beteiligen.

Das Netzwerk „Stadt für alle“ versteht sich als Teil des Aktionsbündnisses und unterstützt diesen Aufruf.

Hier finden Sie die Informationen, Aktionen und alle beteiligte Städte und Netzwerke:

https://mietenwahnsinn.info/demo-april-2019/andere-staedte/

In der Stadt Potsdam organisiert das Netzwerk „Stadt für alle“ am 6. April 2019 einen „Kritischen Stadtspaziergang“.

Gemeinsam besuchen wir Orte, an denen Immobilienfirmen und Investoren die Stadt verändern, Menschen und Freiräume verdrängen und die Mieten hochtreiben. Los geht es 12.00 Uhr am einem symbolträchtigen Ort: In der F. Engels – Straße treffen Millioneninvestitionen anonymer, internationaler Geldgeber auf dem ehemaligen RAW Gelände auf nichtkommerzielle und kreative Kultur im Freiland. Während den Investor*innen auf das Versprechen von 1000 IT – Arbeitsplätzen der „Rote Teppich“ ausgerollt wird, kämpft das

Freiland“ seit Jahren ums Überleben.

Auf der Strecke des Stadtspaziergangs liegt der Brauhausberg, wo die Mieter*innen der ProPotsdam Modernisierungsmaßnahmen erdulden müssen, die sie nicht gewollt haben und wo sich bei vielen von ihnen die Miete mehr als verdoppeln wird. Die Modernisierungsankündigung hat die ProPotsdam schnell noch am 27.12.2018 verschickt, um die höhere Umlage auf die neue Miete legen zu können, obwohl die Maßnahme erst in einigen Jahren beginnt.
Auf dem Brauhausberg wird auch
sonst weiter fleißig privatisiert. Die Sanus AG baut Luxus – Villen und im Konflikt um das DDR – Architekturdenkmal „Minsk“ fiel der Stadt am Ende nichts Besseres ein, als einen Milliardär um Hilfe zu bitten. Hasso Plattner darf dort jetzt ein weiteres Privatmuseum bauen.

Mit der Bebauung wird er eine Firma beauftragen, die auch in der Speicherstadt – unsere nächste Station – zum Zuge kam. Hier bauen seit Jahren Immobilieninvestor*innen Eigentumswohnungen, Anlageobjekte und teure Mietwohnungen in bester Innenstadtlage, erworben zum Vorzugspreis von der Stadt Potsdam und finanziert aus einem üblichen Geflecht aus Fonds und Immobilienfirmen wie die Groth – Gruppe aus Berlin.

Weiter geht es zum Staudenhof, dem letzten Ort in der Stadtmitte, wo Menschen mit einem geringen Einkommen noch wohnen können. Am Liebsten würde ihn die Stadt im Rahmen des Wiederaufbaus der barocken Mitte abreißen.

Und zum Abschluss werden wir am Student*innenwohnheim in der Breiten Straße erfahren, dass es für diese in Potsdam kaum Möglichkeiten gibt, auch da zu wohnen, wo sie studieren. Im besten Fall können sie sich ein „möbliertes Zimmer“ im Jutekiez mit 21 m² für 550 € mieten.

Potsdam ist Teil des Mietenwahnsinns.

Hier hat die Stadt seit vielen Jahren fast ihr gesamtes „Tafelsilber“ verscherbelt, hier kommen längst auch Immobiliengiganten wie die Venovia im Kirchsteigfeld und die Deutsche Wohnen in der Eisenbahnersiedlung und in Krampnitz zum Zuge. Hier bauen Investor*innen bevorzugt Wohnungen im „Luxussegment“ und als Anlageeigentum, hier profitiert auch die kommunale Gesellschaft ProPotsdam. Hier gibt es kein Vorkaufsrecht, keinen Milieuschutz und keine Gemeinwohlorientierung.

Statt dessen kämpfen MieterInnen wie in der Wichgrafstraße oder in der Wollestraße verzweifelt darum, ihre Häuser vor dem spekulativen Verkauf zu retten, Kultur – und Kreativprojekte wie das Rechenzentrum und das Freiland müssen sich mit Mietsteigerungen und Verdrängung auseinandersetzen.

Deshalb werden wir am 6. April 2019 gemeinsam mit Zehntausenden Menschen in ganz Europa auf die Straße gehen und sagen:

Mietenwahnsinn und Verdrängung stoppen!“

Netzwerk „Stadt für alle“ Potsdam

www.potsdam-stadtfueralle.de

Kontakt:

blog@potsdam-stadtfueralle.de

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