„Tabubruch Garnisonkirche“

Wir dokumentieren und empfehlen: Interview mit Philipp Oswalt, Professor für Architekturtheorie und bis 2014 Leiter der Bauhausstiftung Dessau über „rechte Architektur“

Das Interview erschien gerade in der Zeitschrift „Monopol – Magazin für Kunst und Leben“. Neben vielen interessanten Aussagen zu den Zusammenhängen von Architektur, rechten Infrastrukturen und Stadtentwicklung enthält das Interview vor allem klare Aussagen zum Wiederaufbau der Garnisonkirche in Potsdam.
Hier ist das ganze Interview:

https://www.monopol-magazin.de/der-wiederaufbau-der-garnisonskirche-ist-ein-absoluter-tabubruch

Hier noch ein paar Zitate, die sich alle diejenigen über den Schreibtisch hängen sollten, die dieses Projekt noch immer als eine normale Wiederherstellung der Stadtmitte verstehen:

“ Wenn man schaut, welchen Stil Erdogan, Putin oder Trump bevorzugen, ist man schnell bei barockisierenden Bauten und opulenten Interieurs. „

“ Für mich ist der geplante Wiederaufbau der Garnisonkirche in Potsdam ein absoluter Tabubruch, weil sich dort mit staatlichen Geldern und unter Schirmherrschaft des Bundespräsidenten die gesellschaftliche Mitte mit rechtsradikalen Entwicklungen verbindet. „

“ In dieser Kirche sind die deutschen Kolonialkriege gefeiert und gesegnet worden, darunter auch der Völkermord an den Herrero und Nama. In der Weimarer Republik war es ein rechtsradikaler Identifikationsort, an dem Gruppierungen wie der Kyffhäuser Bund, Stahlhelm und später die NSDAP zusammenkamen. Es war der Gegenort zu Weimar.“

“ Die Orthodoxie, mit der der optisch identische Wiederaufbau der Potsdamer Kirche betrieben wird, finde ich absolut indiskutabel. „

“ Wir haben es mit einem modernisierten Rechtsradikalismus zu tun, der sich durchaus damit arrangieren kann, Begriffe wie Frieden und Versöhnung an diesem Ort zu zelebrieren. Die Stiftung betreibt eine Geschichtsklitterung, in der die negativen Seiten der Geschichte minimalisiert oder ausgelassen werden. „

“ Es ist ein Projekt, das von den kirchlichen und politischen Eliten vorangetrieben wird. „

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