Tag X im Park Babelsberg?

Offenbar bereiten sich in Potsdam verschiedene Gruppen darauf vor, den Abriss am Strandbad Babelsberg und im Seesportklub aktiv zu verhindern.

Wir dokumentieren: Nachdem die „Stiftung Preußische Schlösser und Gärten“ offensichtlich plant, den Abriss von öffentlichen Gebäuden und Flächen trotz ausstehenden Vertrages voran zu treiben, wird dafür schon Widerstand angekündigt.

Die Hoffnung, dass mit dem ausgefallenen „Vor Ort – Termin“ von Stiftung und Stadtverordneten auch die geplanten Abrisse ausgesetzt werden sind offensichtlich eine Illussion. Wie die Redaktion von verschiedenen Stadtverordneten erfahren hat, hat die Stiftung längst alle Schritte hin zum Abriss vorangetrieben.

“ Um dem zwischen der Landeshauptstadt Potsdam, dem Potsdamer Seesportclub e. V. und unserer Stiftung ausgehandelten Kompromissvorschlag Genüge zu tun, laufen alle planerischen Maßnahmen für den Rückbau des im Eigentum unserer Stiftung befindlichen und bislang noch vom Potsdamer Seesportclub e. V. genutzten Gebäudes fristgemäß weiter. Die Leistung wurde ausgeschrieben und die Angebote wurden geprüft. Die Beauftragung wird in Kürze erfolgen. “ heißt es in einen Antwortschreiben der Stiftung an einen Stadtverordneten.

Dies hat nun auch die Gegner dieses sogenannten Kompromisses auf den Plan gerufen. Allen Corona – Einschränkungen zum Trotz bereiten sich offensichtlich mehrere Gruppen darauf vor, den Beginn solcher Abrissarbeiten zu behindern und vielleicht sogar zu verhindern.
Das Vorhaben, Strandbad und den Seesportklub erheblich zu verkleinern – um ein paar Meter historischen Parkwegs wieder erstehen zu lassen, war schon bei der hochemotionalen Infoveranstaltung im Humboldt – Gymnasium stark kritisiert worden. Schon da gab es Ankündigungen massenhaften gemeinsamen Badens im Park Babelsberg und deutliche Anzeichen, dass viele Menschen diesen „Kompromiss“ nicht akzeptieren werden.
Immerhin werden in Potsdam quasi gleichzeitig weitere bisher geduldete Badestellen am Heiligen See und in Babelsberg in Frage gestellt. Neureiche Villenbesitzer*innen sperren fast alle Uferwege an den vielen Seen ab und übrig bleibt nun ein mickriger Rest am Strandbad – der für eine wachsende Stadt auch noch verkleinert werden soll.

Vielleicht ist das im Sommer 2020 – wenn viele Menschen wegen Corona nicht einmal in den Urlaub fahren dürfen DER Streitpunkt in der Frage: Wem gehört die Stadt? Reichen Villenbesitzer*innen, Preußenfans und Barockfetischisten oder den Menschen in Potsdam?

Tag X – das wird spannend!

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