Wirkt der Druck?

Ein spannender Tag rund um die Abrisspläne der SPSG im Park Babelsberg

Nachdem die Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten letzte Woche den Beginn der Abrissarbeiten am Seesportklub und Strandbad angekündigt hatte, veröffentlichten wir auf den Blog einen wütenden Protestaufruf verschiedener Initiativen und Gruppen, diesen Baubeginn morgen zu verhindern.

Heute gab es auf vielen Seiten ganz offensichtlich hektische Aktivitäten.
Zuerst kamen Berichte von Spaziergängern, dass eine Baufirma ganz in der Frühe begonnen habe, eine Bauwasserleitung zu verlegen.

Ab Mittag rief dann die Polizei aus dem Präsidium in Brandenburg/ H. mehrmals bei den Betreibern des Blogs an – deren Nummer übrigens nirgends veröffentlicht wurde. Dabei wurde sehr deutlich kommuniziert, dass die Polizei mit einer großen Aktion morgen im Park Babelsberg ziemlich überfordert sei. Auf Grund der Aufgaben in der Coronakrise würden alle am Limit arbeiten und hätten dafür keine Kapazitäten. Ihr Vorschlag: Sie wollten sich dafür einsetzen, dass die Bauarbeiten vorläufig gestoppt werden! Im 2. Anruf kam dann genau diese Bestätigung. Sie hätten von der Stiftung die Zusicherung, dass morgen nicht gebaut werde. Angeblich sogar bis zum 2. Juni 2020 und bis zu einem Beschluss der SVV. Auf Nachfrage wollte der Beamte dafür aber keine Versicherung abgeben – nur für morgen.
Gleichzeitig verwiesen die Beamten immer wieder auf das aktuelle Eindämmungsverbot, auf Versammlungen mit höchsten 20 Menschen und darauf, dass Menschen mit Schildern zu einem gemeinsamen Thema auch eine Versammlung darstellen würden. Und dies wäre dann aktuell verboten und aufzulösen. Zuletzt wurde die Hoffnung formuliert, wir würden auf unserem Blog den Aufruf zurücknehmen und/ oder richtig stellen.

Gleichzeitig haben uns gut unterrichtete Kreise erzählt, dass es auch im Büro des Oberbürgermeisters Diskussionen gab. Auch da war der Druck spürbar, auch da gibt es wohl wenig Interesse an einer Eskalation der gesellschaftlichen Debatte in Coronazeiten. Aus dem OB Büro kam dann die inoffizielle Mitteilung, der OB hätte die Stiftung angewiesen/ überzeugt? , in den nächsten Tagen keine weiteren Baumaßnahmen vorzunehmen.

Spannend.

Gleichzeitig gab es Presseanfragen, auch überregional. Viele Menschen, die auf Twitter und Facebook ihre Wut über die Ignoranz der Stiftung deutlich machten und ihr Kommen morgen ankündigten.

Die verschiedenen Initiativen werden sich sicher heute noch beraten und positionieren. Aber es macht ganz bestimmt und mindestens Sinn, weiter wachsam zu sein. Intensive Spaziergänge vor Ort morgen früh und mittags tun nicht nur dem Körper gut.

Druck und Engagement helfen manchmal. Und wenn es nur um einen ersten Aufschub geht.
Deshalb bleibt die Forderung des Netzwerkes „Stadt für alle“: Sofortiges, offizielles Moratorium, bis Entscheidungen gefällt sind und die Bürger*innen einbezogen wurden!

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