Koloniale Amnesie

Die Armee im kaiserlichen Deutschland; Frühjahrsparade vor dem Kronprinzen Wilhelm in Potsdam (1910)

Vor einiger Zeit titelte die Kampfpostille der Retro-Fetischist*innen, die Zeitschrift Potsdam life mit „Die Zerstörung Potsdams – und die Rote Armee“ (Ausgabe 62, Winter 2020). Es werden detailliert Kampfhandlungen der tapferen deutschen Soldaten gegen die „Russen“ geschildert und die Flucht zu den Amerikanern als Rettung gepriesen. Der Duktus der Beiträge ist entlarvend. Alte Nazi-Propaganda trägt bis heute Früchte. Doch was hat dies mit kolonialer Amnesie und Potsdam zu tun? Viel!

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Weibliche Führerliebe … und die Hohenzollern-Frauen

Bisher unbekannte Geheimdienstberichte der amerikanischen Journalistin Sigrid Schultz zeigen, wie sehr sich auch die Frauen aus der kaiserlichen Hohenzollern-Dynastie für den Aufstieg des Nationalsozialismus engagierten. Die taz hat dazu einen exklusiven Beitrag von Karina Urbach in der Wochenendausgabe (30./31.01.2021 Seite 12/13). Schön, dass wenigsten international an dem so deutschen Thema gearbeitet wird, während hier die Kulissen der Hohenzollernherrschaft als Akt der Versöhnung hochgezogen werden.

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Stiftung unter Druck; Beirat bröckelt

Während der Beirat des Lernortes Garnisonkirche internationalen Zulauf hat, bricht des Renommee des (von evangelischer Theologie) geprägten Beirates der Stiftung Garnisonkirche ein. Frau Prof. Dr. Susan Neiman, die Direktorin des Einstein Forums, hat hingeschmissen. Die gebürtige US-Wissenschaftlerin studierte Philosophie an der Harvard Universität und der Freien Universität Berlin. Bevor sie 2000 die Leitung des Einstein Forums übernahm, war sie Professorin für Philosophie an der Yale Universität und der Tel Aviv Universität.

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Brandenburg und der Hohenzollernstreit

Am 19.01.2020 fand eine Online-Diskussion zum Thema statt. Die Landtagsfraktion der LINKEN stimmte sich und die Webgemeinde auf die Anhörung im Landtag am Folgetag ein. „Nach der Enteignung der Adelsfamilie wegen ihrer Mitverantwortung für die NS-Herrschaft im Land Brandenburg 1945 befinden sich die ehemaligen Schlösser und Gärten der Hohenzollern in öffentlicher Hand. Sie wurden restauriert, gepflegt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

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Strandbad: Grundrechte und Datenschutz in Coronazeiten…

Am Montag, den 18. Januar 2021 steht ab 13 Uhr vor dem Amtsgericht Potsdam der 1. Prozess im Bußgeldverfahren gegen Menschen an, denen vorgeworfen wird, sich an Protesten gegen den Abriss und die Verkleinerung des Strandbdes Babelsberg am 21.04.2020 beteiligt zu haben.

Über 30 Menschen erhielten damals Bußgeldbescheide wegen „Teilnahme an einer sonstigen Versammlung“ und „Betretung öffentlicher Orte“ – darunter Journalist*innen und Landtagsabgeordnete.

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Zurück in die Vergangenheit

die neue Potsdamer Bodenpolitik ist eher ein Schritt zurück

Wir dokumentieren:

Stellungnahme des Netzwerkes „Stadt für alle“ und der Beratungsgruppe des Mietshäusersyndikats zur Ausschreibung der ProPotsdam GmbH in der Lenne`- Straße.

In Potsdam wird seit einigen Monaten intensiv über eine neue Bodenpolitik diskutiert.
Am Beispiel der Ausschreibung der ProPotsdam GmbH für ein Grundstück in der Lenne´ – Straße 54/ 55 zeigt sich nun – nichts hat sich geändert.

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Das nächste soziale Gemeinschaftsprojekt scheitert

Wir dokumentieren:

Eine gemeinsame Stellungnahme von:
Projektgruppe Das Blaue L & Wohnungsgenossenschaft Sanssouci Süd i.G.

Kein Soziales Wohnungsunternehmen

Wie die städtische ProPotsdam GmbH gemeinschaftliches Wohnen systematisch verhindert am Beispiel der Lennéstr. 54 und 55

Zur Schaffung lebenswerter Städte ist eine soziale Durchmischung, sprich der Kampf gegen zu hohe Mieten notwendig. Ein Blick auf das tatsächliche Agieren von städtischen Unternehmen und entsprechenden Verantwortlichen in Verwaltung und Politik zeigt jedoch, dass genau in die gegenteilige Richtung gesteuert wird. Ein Beispiel aus dieser unsozialen Praxis ist die Grundlage dieses Textes. Wir möchten damit erläutern, warum wir uns nicht auf eine Ausschreibung der ProPotsdam GmbH für die Vergabe in Erbbaupacht der Lennéstraße 54 und 55 in Potsdam bewerben werden.

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Subtexte der Potsdamer Stadtgeschichte

Wir dokumentieren:

Start der Crowdfundingkampagne von „SUB.TEXTE – Kampf um Freiräume“ für den Dokumentarfilm über die Potsdamer Sub- und Alternativkultur seit der 1990er-Jahre.

Ab sofort bis zum 15.02.2021 ist die Crowdfundingkampagne der Projektgruppe des Studiengangs Kulturarbeit der Fachhochschule Potsdam „SUB.TEXTE – Kampf um Freiräume“ online und sammelt über Startnext Spenden für ihren Dokumentarfilm. Darin werden die Entwicklung der alternativ- und subkulturellen Projekte und Initiativen in Potsdam, die unter anderem aus den Protesten und Hausbesetzungen der 1990er-Jahre entstanden sind, thematisiert.

Die Projektgruppe des Studiengangs Kulturarbeit der Fachhochschule Potsdam wollen eine andere Sichtweise auf Potsdam ermöglichen, indem sie die Geschichte der Proteste seitens der Besetzer*innen aber auch durch beispielsweise Vertreter*innen der Stadt darstellen. Mithilfe von Zeitzeug*innen wollen sie den weiteren Generationen einen Einblick in diese Historie geben. Im Frühjahr soll ihr Dokumentarfilm auf einer kostenlosen Filmpremiere erstmals veröffentlicht werden. Danach wird er für alle online-kostenlos verfügbar sein. Ihr Ziel ist es, einen Diskurs über den zukünftigen Umgang mit subkulturellen Zentren anzuregen.

Für die Umsetzung ihrer Dokumentation sind sie auf Spenden angewiesen. Auf Startnext rufen sie zum Spenden auf und bieten besondere Dankeschöns. Sie benötigen insgesamt 3000€ für ihre Projektumsetzung, um einer fairen Produktion nachzukommen.

Hier der Link zur Kampagne: https://www.startnext.com/subtexte-kampf-um-freiraeume

Weitere Informationen zu dem Projekt von „SUB.TEXTE – Kampf um Freiräume“ finden Sie unter: https://sub-texte.wixsite.com/potsdam Oder auf Facebook und Instagram unter „sub.texte“.

Keine Kehrtwende? Keine Klarheit!

Es geht um die Attrappe der Garnisonkirche Potsdam, längst vorhersehbare Kostensteigerungen, ihre Finanzierung und viel mehr…

… aus dem Vollen schöpfen …

Wir dokumentieren hier den Briefwechsel zwischen Frau Krieg von der BI Potsdam ohne Garnisonkirche und Frau Grütters als Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (hier vertreten durch Herrn Stürzebecher).

Der Briefwechsel legt Denk- und Arbeitsweisen offen. Er deckt aber auch eine fragwürdige Förderpraxis und Defizite seitens der Geldgeber auf. Die Verschenkung von Steuergeldern gerät an die Grenzen der Legalität. Verantwortung wird solange aufgeteilt, bis sich niemand mehr für das Gesamtprojekt verantwortlich fühlt. Während viele Kunst- und Medienschaffende und Kultureinrichtungen gerade 2020 ihr finanzielles Desaster erlebten, wird seitens der Bundesbeauftragten nahezu unkontrolliert und ohne gesellschaftliche Rechtfertigung Geld mit vollen Händen an Bauträger*innen verschenkt. Auch nach Potsdam.

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