Menzel contra Krampnitz, David gegen Goliat?

MAZ und PNN sind aufgewacht! Jetzt wo allen klar wird, dass das Projekt Krampnitz nicht so umsetzbar ist, wie es seit Jahren von den SPD-Oberbürgermeistern, der Rathauskooperation (RaKo) und der ProPotsdam gepriesen wurde, darf auch darüber geschrieben werden. Der Stadtverordnete Menzel – ist der nervige David – der seit Jahren die getätigten Aussagen hinterfragte und die Schwachstellen aufzeigte.

Vollmundig erklärt die Stadt auf einer Homepage „Im Forum Krampnitz werden die politischen Entscheidungsträger durch die Fachverwaltung und den Entwicklungsträger Potsdam zu allen Themen der Entwicklungsmaßnahme und weiteren aktuellen Entwicklungen informiert. Stetiger Austausch, Rückfragemöglichkeiten und der Dialog auf Augenhöhe sollen das Gremium in die Lage versetzen, Beschlüsse in Form von Empfehlungen an die Stadtverordnetenversammlung zu fassen. Die Sitzungen des Forums sind öffentlich und finden bedarfsweise statt.“

Das Forum tagte schon ein Jahr lang nicht (Forum Krampnitz ). Kein Bedarf? Oder weil klar ist, dass das Projekt komplett aus dem Ruder läuft. Immer mehr wurde deutlich, dass der Neue (Rubelt) und der alteingesessene Stratege (Götzmann) überfordert wirken, um das Projekt in einem geordneten Verfahren weiter zu führen. Kopflosigkeit zeichnete letztendlich auch den biblischen Goliat aus. Der David (Menzel) ließ sich nicht schrecken. Immer wieder schleuderte er ihnen seinen Fragebrocken entgegen. Auch wenn ihm zunehmend die Rechte als Stadtverordneten beschnitten wurden und werden. Versuche der aNDEREN, seine Rechte zu stärken und ihm am Tisch der Mitsprache Platz nehmen zu lassen, wurde von der Obrigkeit abgelehnt. (Vorlage – 20/SVV/1364). Das seit Monaten anhaltende Hinhalten der Ortsbeiräte bezüglicher ihrer Mitsprache, zeigt ebenfalls die Arroganz der Macht und steht für die Ausgrenzung von Betroffenen. Bemühungen, die Berichtspflicht zum schwanken Riese Krampnitz zu erhöhen, wurden von der RaKo (speziell von GRÜNEN und LINKEN) abgelehnt. Auszug – Erweiterung der Berichtspflicht zur Entwicklungsmaßnahme Krampnitz (potsdam.de)

Nach dem 1. Statusbericht im Januar 2020 wurde im Hauptausschuss mit RaKo-Mehrheit und CDU-Unterstützung entschieden, eine interfraktionelle Arbeitsgruppe zu Krampnitz zu bilden. Angeblich, um in Zukunft die Stadtverordnetenversammlung enger an die Projektstruktur zur Stadtteilentwicklung von Krampnitz anzubinden. Dies bedeutete aber auch eine weitere Ausgrenzung fraktionsloser Stadtverordneter. Egal ob sie von BVB/Freien Wähler oder DIE PARTEI kommen.

Schon im letzten Jahr war abzusehen, dass der Anteil der geplanten bzw. gebauten Wohnungen, die zu einer „sozialen“ Miete angeboten werden, nicht kontinuierlich mit entstehen werden. Auch hier zeigte sich die trügerische Überhöhung der Verantwortlichen in Goliat-Manier. Auf eine feste, kontinuierlich einzuhaltende Quote wurde gezielt verzichtet. Trotz Kritik von Andreas Menzel, Carmen Klockow und vielen aNDEREN. Der 2. Statusbericht von Juni 2020 war bereits eine Bankrotterklärung seitens der Verantwortlichen. Nicht erst die jüngste Antwort auf eine kleine Anfrage.

Kapitale Fehler wurden schon in den frühen Jahren des Projektes – auch durch die Landesregierung – fabriziert. Erinnert sei hier an die Brandenburgische Boden Gesellschaft (BBG) und die zahlreichen Wertgutachten. Doch die Beteiligung der Deutschen Wohnen (DW) und die Nichtsicherung der benötigten Flächen/Trassen für den ÖPNV sind hausgemacht! Während die DW in Berlin enteignet werden soll (so das dortige Volksbegehren (dwenteignen.de)), nimmt Potsdam genau diese berüchtigte Wohnungsgesellschaft mit ins Boot und rollt ihr den Teppich für 1.800 Wohneinheiten aus. Für die Entwicklung eines nachhaltigen Quartiers booten sich zahlreiche andere Lösungsansätze, doch Potsdam ging die ausgetretenen Pfade des Kapitals und sichert an keiner Stelle die sozialen und ökologischen Zielstellungen mit Etappenzielen ab.

Wer sich in seiner Kritik nicht ernst genommen fühlt, oder noch nicht genügend Aprilscherze erlebt hat, der/die kann auf tram96.de gehen uns sich dort per Animationsvideo veralbern lassen. Zwei neue Brücken neben den bestehenden Brücken? Komplett Zweigleisig? Wo ist der Platz für den Radschnellweg? Wer hat nur die Bebauung auf und direkt an der vorgesehenen Trasse zugelassen? Fremde Mächte oder die Potsdamer Bauverwaltung? Wie mit dem denkmalgeschützten Chausseehaus umgehen? Alles Fragen, die schon vor 2013 relevant waren!

Im Juni 2013 beschloss die Landeshauptstadt Potsdam, die ehemalige Kaserne Krampnitz zu einem modernen Stadtquartier zu entwickeln und den Entwicklungsträger Potsdam GmbH mit der Durchführung zu beauftragen. Ein Goliat-Plan: „der grüne all-inclusive Stadtteil“. Doch dieser scheitert, anders als die biblische Geschichte, an seine Protagonist*innen und nicht an David.

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