Militärputsch 20.Juli 1944

(ewig) gestrige Verehrung und stetige Verdrängung

Gestern waren sie wieder da, die Konservativen und Rechtsliberalen. Die Kanzlerin mit ihrer neuen Verteidigungsministerin in Berlin, die CDU mit MAZ und PNN. Sie gruben Geschichten aus, meist persönliche und strikten da herum alte und neue Legenden. Der sogenannte Widerstand vom 20.Juli war ein Militärputsch, nicht mehr aber auch nicht weniger. Selbst dies erforderte Mut und Entschlossenheit. Das Ergebnis kennen wir. Es fehlte letztendlich an Letzterem. Ein direkter Pistolenschuss hätte es sicherlich auch getan. Für aufrechte Militärs wäre das die logischste Variante gewesen. 

Sie waren alle, vor allem der Adel, Teil der Kriegsmaschinerie. Die meisten von ihnen waren nicht angetreten um Faschismus, Krieg und Völkermord entgegen zu wirken, sondern um Hitler als Oberbefehlshaber abzusetzen. Er als Peron war ihnen ein Graus. Sie wollten nicht Demokratie, Rechtstaatlichkeit oder bürgerliche Freiheiten erbomben, so wie es gestern, am 20.Juli 2019, vielerorts gern erzählt wurde.

Doch neben all diesen geschichtsrevisionistischen Veranstaltungen, gab es auch einen Lichtblick in dieser „Prinz will ein Schloss zurück – Preußen-Disneyland-Stadt“. Das KOMITEE FÜR PREUSZISCHE LEICHTIGKEIT hatte gemeinsam mit dem Erinnerungstheater „Blaues Blut“ für den 20.Juli 16:00 Uhr  ein Theaterstück angekündigt.

Leider musste es kurzfristig abgesagt werden.

Absage mit Verweis auf das Gedächtnistheater Garnisonkirche

Den Grund für die Absage erfahren Sie hier:

Veranstaltung gescheitert!

Sehr geehrte Damen und Herren, Pressevertreter*innen, liebe Theaterfreund*innen!

Mit großem Bedauern müssen wir unser Theaterstück „Der gescheiterte Militärputsch“  für Samstag, den 20.07.2019, absagen. Wir hatten vor, das Märchen von der verdrehten Geschichte zu erzählen:

Im 1. Akt geht es um die Geschichte einer Gruppe von Monarchisten, Antisemiten und Kriegsverbrechern, die sich – unzufrieden mit der Kriegsführung Hitlers – in eine bessere strategische Position putschen wollten und heute als Helden als Helden des 20.Juli eine Hauptrolle im Erinnerungstheater Deutschlands spielen.

Im 2. Akt geht es um eine andere Gruppe privilegierter Bürger*innen, die sich mit dem Wiederaufbau der Garnisonkirche gern ein Denkmal setzen wollen und dafür die Mär von der Kirche als Treffpunkt der tapferen Attentäter des 20. Juli und als Hort des Widerstandes in Nazideutschland ausgedacht haben – da ja sonst nichts los war in ihrer schönen Barockkirche…

Mittlerweile 18 Millionen sollen seitens des Bundes  in ein Versöhnungs- und Gedenkkonzept fließen, dass selbst mit einem eigenen wissenschaftlichen Beirat so eine Geschichtsverfälschung betreibt? Uns war schon klar, dass es schwer wird, gegen das Erinnerungstheater der Stiftung Garnisonkirche anzuspielen, aber dann haben uns die aktuellen Ereignisse eingeholt.

Als in dieser Woche aber vom AfD Bundestagsabgeordneten Junge „Der Aufstand der Generäle“ gefordert und damit die demokratische Regierung Deutschlands mit faschistischen Machthabern gleichgesetzt wurde, hörte für unsere Schauspieler der Spaß auf und sie traten in den Streik!

Wir fragen uns, wie man in Zeiten eines immer offensichtlicher werdenden organisierten Rechtsradikalismus, der offen mit Vergeltung droht und Todeslisten führt, tatsächlich an dem Vorhaben festhalten kann, einen zentralen Sehnsuchtsbau der Rechten originalgetreu aufzubauen und ernsthaft zu glauben, man sei mit ein bisschen versöhnen und beten gefeit gegen die Aneignung durch Nationalisten, Monarchisten und Antisemiten.

gez. Das Komitee für preußische Leichtigkeit

Oswalt, Vogel und wir

Rede, Gegenrede und Analyse der Antworten von Martin Vogel rund um die GK

Wird mit der Garnisonkirche in Potsdam ein Identifikationsort für Rechtsradikale wiederaufgebaut? So hat es der Architekturtheoretiker Philipp Oswalt im Monopol-Interview ausgedrückt. Dann widersprach Martin Vogel, theologischer Vorstand der Stiftung Garnisonkirche Potsdam und wir analysieren dessen widersprüchliche Antworten.

Die Fragen stellte Saskia Trebing (ST) vom Monopol-Magazin. Martin Vogel (MV) antwortet und S4a sind wir: eine Redaktionsgruppe von Stadt-für-alle.

16 Fragen, 16 Antworten, 16 Analysen und ein Problem, der Wiederaufbau eines Symbols.

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Preußens Gloria und geheime Verhandlungen mit Frau Grütters

Die Hohenzollern erhalten ein unentgeltliches Wohnrecht im Schloss Cecilienhof

So zumindest die Wunschvorstellung von Georg Friedrich Prinz von Preußen. Entweder sind die Hohenzollern, die seit 2018 in Potsdam wohnen, pleite und sich zu fein ordentlich Wohngeld zu beantragen, oder sie sind völlig weltfremd. 100 Jahre nach Kriegsende (ein Krieg den Friedrich Wilhelm Viktor Albert von Preußen, der letzte deutsche Kaiser und Ururopa des Prinzen, begonnen hat), kommen sie wieder aus ihren Löchern gekrochen. Kein Wunder, da die Gesellschaft sich seit Jahrzehnten weigert, die eigene Geschichte aufzuarbeiten und mittlerweile immer weiter nach rechts abdriftet.

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Immobilien-Konzern mahnt Netzwerk ab!

Die Trockland Management GmbH – vertreten durch eine Rechtsanwaltsgesellschaft vom Potsdamer Platz 1 in Berlin – schickte am 04.07. eine Unterlassungsverfügung an den Mediamaro e.V. und forderte eine Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung binnen dreier Werktage ein. Warum?

Die Trockland Management Gmbh steht in Verbindung mit dem RAW-Projekt in Potsdam und der Mediamaro e.V. ist unser netztechnische „Heimat“. Eigentlich steht www.potsdam-stadtfueralle.de im Focus des Immobilienkonzerns, weil wir verschiedene „RAW-Dossiers“ zu Jahresbeginn veröffentlicht haben.

Das Vorgehen der Anwälte passt zur öffentlichen Debatte um die Rolle von Immobilienkonzernen in deutschen Städten. Wie groß muss eigentlich deren Angst vor Image-Verlust sein, oder gar darüber, dass durch intensive Recherchen ans Licht kommen könnte, dass doch nicht alle Geschäftsgebaren „sauber“ sind.

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Straube mit Rechenschwäche

PNN wie wir sie kennen. Schlechter Journalismus hat einen Namen: Peer Straube

Straube behauptet in der PNN vom 01.07.2019  „… Die Resolution (der Niemöller-Stiftung)  gegen die Garnisonkirche ist damit die einzige, die auf der Veranstaltung (dem Kirchentag) keine Mehrheit gefunden hat, insgesamt zehn wurden dort verabschiedet.“

Das ist falsch! Ein klarer Fall von Rechen- und Rechercheschwäche. In anderen Redaktionen hätte das Folgen.

Insgesamt wurden für den Kirchentag 15 Resolutionen eingereicht. Davon kamen 10 durch.  15 – 10 = 5 nicht 1, wie Straube behauptet.

Alles nachzulesen unter: https://www.kirchentag.de/index.php?id=16825

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Christen brauchen keine Garnisonkirche!

Niemand hat die Absicht eine Garnisonkirche zu errichten

„Christen brauchen keine Garnisonkirche“ war das Thema der Aktivitäten der Martin-Niemöller-Stiftung und ihrer Resolution für den 37. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dortmund. Und das kam an! Selbst Vertreterinnen der Nagelkreuzgemeinschaft haben sich gegen die Baukopie des preußischen Vorbilds ausgesprochen.

Die Resolution der kirchennahen Martin-Niemöller-Stiftung weist darauf hin, dass die Garnisonkirche Potsdam DER Symbolbau des Militarismus in Deutschland ist und angesichts eines erstarkenden Rechtspopulismus die „Wiedergewinnung“ genau das falsche Zeichen ist. Die Stiftung fordert die Offenlegung der Spender*innen und keine weitere Finanzierung des Turmbaus durch Kirche und Staat.

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Ehrenamtspreis 2019

… für eine liebenswerte „Stadt für ALLE“

Die Aktiven der Steuerungs- und Lenkungsgruppe im Prozess zur Machbarkeitsstudie für ein neues KreativQuartier haben am gestrigen Donnerstag eine „Anerkennung“ beim Ehrenamtspreis bekommen. Dieser Preis verursacht bei mir zwiespältige Gefühle. Sicherlich ist der verdient. Es wurden viel Zeit und Nerven investiert. Doch es gibt eine beängstigende Parallelität:

2018 bekamen das Bündnis Mietenstopp und die Initiative „Stadtmitte für Alle“ eine Anerkennung für ihr ehrenamtliches Engagement in der Kategorie „Entwicklung der Quartiere“. Im gleichen Jahr wurde die Fachhochschule abgerissen.

Jetzt bekommen die „Kreativen“ diesen Preis. Wenige Wochen nachdem erneut der Abriss des Rechenzentrums in der Stadtverordnetenversammlung bekräftigt wurde.

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Video der Woche, Barley-Heil

Die SPD wirbt zur Europawahl in einem kurzen Clip für Lohngerechtigkeit und gegen Lohndumping. Gute Sache eigentlich. Allerdings tut sie dies mit einem Symbol des deutschen Militarismus und Faschismus – der Garnisonkirche Potsdam.  Weniger Europa ist kaum denkbar.  

Seht selbst: https://www.facebook.com/47930567748/posts/10156415848927749/

Mindestens zwei Fragen ergeben sich dadurch: 

  1. Hat die Stiftung den Spot der SPD gesponsert oder sponsert die SPD die Stiftung?
  2. Hat die SPD den letzten Verstand an der Garderobe abgegeben und gegen einen Helm eingetauscht oder ist sie nur vom „linken“ Glauben abgefallen?

Fest steht: Wer hat uns verraten? Die Sozialdemokraten!

Bild der Woche

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Weil die Kirchgemeinde der katholischen Herz-Jesu-Kirche lieber ihr Geld in humanitäre Projekte steckt, statt eine neue Turmspitze zu errichten, setzte die Bürgerstiftung DUS-illuminated dem Turm am 02.Mai dauerhaft eine Licht-Spitze auf und machte somit einer weitere Kirche „sichtbar“.

Humanität vor Turmspitze – sehr christlich. Vielleicht geht den Potsdamer Turmbauern auch noch ein Licht auf.

Mit 102 Metern war Herz Jesu an der Roßstraße die höchste Düsseldorfer Kirche, bis am 17.5.1945 der Turmhelm durch einen Wirbelsturm abgedreht wurde. Mehr dazu unter:

www.kath-derendorf-pempelfort.de/wir/kirchen/herz-jesu/

www.dus-illuminated.de/herz-jesu-kirche/

 

Albrechts Architektur-Euthanasie – ein Kreuzzug

Der Architekt Thomas Albrecht weiß was schön ist und was nicht – zumindest glaubt er dies.  Dieser Glauben basiert auf Gott und sich selbst. Die MAZ hat ihn zur Garnisonkirche interviewt.

„Schön“ ist eine stark individuell geprägte Kategorie der Bewertung von Wahrgenommenem. Diese Reflektion ist aber verankert in gesellschaftlich geprägten Wertvorstellungen. Religiöse Konventionen sind ein Aspekt  dieser Wertematrix. Wenn sich also ein katholisch geprägter Architekt äußert, sollte es niemanden verwundern, wenn eher ein antiquiertes, herrschaftliches und patriarchisches Weltbild als Maßstab der Bewertung zum Vorschein kommt. Überraschend ist lediglich, dass sich Albrecht offen zur Gebäudevernichtung – also der „Architektur-Euthanasie“ bekennt und gar nicht wahrnimmt (oder wahrnehmen will), wie sehr er dabei ideologisch und egomanisch geprägt ist.

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