Lernort Garnisonkirche

…und die selektive oder differenzierte Berichterstattung

Was nicht in MAZ und PNN steht, steht meist auf dieser Homepage! Aber anderen Medien können es auch: eine differenzierte, unverblendete Berichterstattung. Ein Beispiel ist die Auftaktveranstaltung zur Veranstaltungsreihe Lernort Garnisonkirche, welche vom ehemaligen Direktor der Stiftung Bauhaus, Philipp Oswald initiiert wurde.

Noch am Vormittag des 4.12. schrieb die PNN diesbezüglich: „… Ein hochkarätig besetztes Podium wird die Frage diskutieren: Rekonstruktion Garnisonkirche Potsdam: Lernort oder Identifikationsort?“

Und am Tag nach der Veranstaltung leistet sich die gleiche Zeitung dies: https://www.pnn.de/potsdam/diskussionsveranstaltung-keine-annaeherung-beim-thema-garnisonkirche/25302970.html  Nicht mal der Name der Veranstaltung wird mehr benannt. Und an was, bitte schön, sollen sich die Kritiker annähern? Die Kritik ist grundsätzlich und fundamental. Und mit jedem verbauten Mauerstein macht die Stiftung Garnisonkirche jede Debatte und Versöhnung schwieriger und heuchlerischer.

Ganz anders kommentiert Deutschlandfunk-Kultur den Abend: https://www.deutschlandfunkkultur.de/wiederaufbau-der-potsdamer-garnisonkirche-der-streit-ebbt.1013.de.html?dram:article_id=465051

Der Beitrag endet mit „Zählt am Ende die Sehnsucht nach vergangenem Glanz und Stadtidentität oder die Reproduktion von Geschichtsbildern, von denen man sich eigentlich distanzieren muss? Eine schwierige Debatte, die nicht dadurch leichter wird, dass der Bau bis heute auf rechtsgerichtete Kreise eine magische Anziehungskraft ausübt. Eines ist sicher: Der Streit wird auch dann nicht beendet sein, wenn der Barockturm der Garnisonkirche wieder steht.“ Richtig, die Kritik am (bisher nicht konzipierten) Inhalt der Mogelpackung wird dann um so lauter werden.

Ein sehr ausgewogenes Echo der Veranstaltung findet sich in einem kirchlichen Medium: https://zeitzeichen.net/node/7989?fbclid=IwAR0jgsiFsj6oOLarbsrmo8iR_l0_k06YoPESM9czxhWCitReZn70VDrkrAg

Die Debatte um den Turm – nicht der Turm – ist von nationaler Bedeutung! Es geht um den Rechtsruck der Gesellschaft, um Vergessen und Vergessen machen. Der Turm ist nur städtebaulicher Kitsch und ein Beitrag im Kontext des aktuellen Revisionsprozesses der deutschen Geschichte. Ein kluger Historiker sagte kürzlich: Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich.“

Ein Blick zurück nach 1919 könnte einer ernsthaften Diskussion helfen. Da dachten die konservativen, nationalistischen und adligen Eliten auch, sie hätte alles im Griff. 14 Jahre später waren sie nur noch Mehrheitsbeschaffer für die Nazis und weitere 12 Jahre ihre Erfüllungsgehilfen.

Passend dazu auch der Kommentar der Sonntags-Zeitung:

Schuberts feuchte Träume

Der Stadtkanal als SEIN neues Generationenprojekt;  1.Teil: Ideen (in) Kiel geholt

Schubert liebt scheinbar Projekte, die in der Zukunft liegen: die Wiese des (deutschen) Volkes anstatt des Hotels Mercure, eine Jugendbegegnungsstätte anstatt eines nicht gebauten Kirchenschiffes und eines real existierenden Kunst- und Kreativhauses sowie ein Stadtkanal anstatt der alltäglichen, lästigen politischen Themen der Gegenwart.

Am 21.11. tagt das Stadt-Forum Potsdam im Haus der Brandenburg-Preußischen Geschichte. Der passende Ort für ein Retroprojekt. Frisch aufgehübscht mit dem Thema „Der Stadtkanal und der innerstädtische Stadtraum“. Auch der Oberbürgermeister Schubert nimmt an der 66. Sitzung des Forums teil. https://www.potsdam.de/event/66-stadt-forum-potsdam

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Auch in Krampnitz: Geschichte wird gemacht!

Krampnitz: Dauerhafte Erinnerungsstätte des Militarismus?

Etwas eigenartig kommt mir das Ganze doch vor. Ticke ich richtig oder die anderen 178. 000 Potsdamer? Krampnitz mit seinen maroden Kasernen soll zum Stadtteil von Potsdam ausgebaut werden und steht unter Denkmalschutz. Die Kasernen und die militärische Anlagen werden auf Jahrzehnte einen Stadtteil mit 10 000 Einwohnern prägen und keiner fragt nach warum und ob der Denkmalschutz sinnvoll und angemessen ist. „Na ja, da kann man schon mal nachfragen warum das unter Denkmalschutz steht“, aber weiter gehen die Kommentare nicht. Irgendwie komme ich mir mit meinen Bedenken vor wie der Falschfahrer auf der Autobahn, der im Radio von einem Falschfahrer hört und empört ausruft: „Nicht einer, hunderte!“.

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Wer macht eigentlich Stadtpolitik?

BürgerInnen fordern das Vorkaufsrecht juristisch sicher zu gestalten!

Wieder einmal stellt ich die Frage, wer in Potsdam eigentlich Stadtpolitik macht.
Im Fall der möglichen Verdrängung der Mieter*innen in der Wichgrafstraße 11 in Babelsberg hat die Verwaltung ihre Einschätzung vorzeitig und ohne weitere Prüfung öffentlich gemacht: Es gäbe keine rechtssichere soziale Erhaltungssatzung in Potsdam. Das ist so, als wenn sie dem Eigentümer auf dem Silbertablett mitteilt: Mach doch, verkauf einfach zum Spekulationspreis.

Wir dokumentieren die Stellungnahme der Mieter*inneninitiative:

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Geschichten vom Potsdamer Wohnungsmarkt

In Potsdam nichts Neues …

In den letzten Wochen gab es eine Menge neuer Nachrichten vom Potsdamer Wohnungsmarkt.
Leider sind die – wie so oft – wenig erfreulich für die Mehrheit der Menschen, die eine neue, bezahlbare Wohnung in der Stadt suchen. Sie werfen im Gegenteil, ein Schlaglicht darauf, wie und von wem in Potsdam welche Wohnungen gebaut und angeboten werden.

Vieles davon haben uns Mieter*innen aus Potsdam mitgeteilt und gebeten, das öffentlich zu machen.

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Persönliche Erklärung – Lutz Boede

Damit das Ungesagte nicht Ungelesen bleibt.

Der Stadtverordnete Lutz Boede von der Fraktion DIE aNDERE wollte vor der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 06.11. ein persönliche Erklärung gem. § 21 (3) der Geschäftsordnung der SVV abgeben. Dies wurde ihm durch den  Vorsitzenden, Pete Heuer (SPD) – ohne Aussprache – versagt. Boede beabsichtige, eine grundsätzliche Erklärung zur rechtlichen Bindungswirkung des erfolgreichen Bürgerbegehrens zur Garnisonkirche und deren Stiftung abzugeben.

Nachstehend der Text der persönlichen Erklärung., damit niemand sagen kann: „das habe ich nicht gewusst.“

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Milieuschutz vor Baugenehmigung

Wir dokumentieren: Offener Brief der Anwohner*inneninitiative Teltower Vorstadt

In der nächsten Stadtverordnetenversammlung hat die Anwohner*inneninitiative Rederecht. Sie werden ihre Sichtweisen, Einwendungen und Stellungnahmen öffentlich machen können. So – wie sie es in zwei Beteligungsverfahren getan haben – ohne, dass es irgendeine inhaltliche Antwort gegeben hätte.
Deshalb demonstrieren die Anwohner*innen morgen auch mit vielen anderen Initiativen vor der Stadtverordnetenversammlung dafür, endlich wirkliche und wirksame Bürgerbeteiligungen zuzulassen.

Hier dokumentieren wir den offenen Brief:

Die Stadtgesellschaft fordert: Beteiligt uns endlich!

Kundgebung vor dem Rathaus – wer ist dabei?

Für die Kundgebung anläßlich der Stadtverordnetenversammlung am Mittwoch, den 6.11.2019 haben wir viele verschiedene Mieter*innen -, Bürger*innen – und Kulturinitiativen der Stadt zusammengefunden.

Unter dem Dach des Netzwerkes „Stadt für alle“ demonstrieren an diesem Tag:

Anwohner*inneninitiative Teltower Vorstadt
Mieter*inneninitiative Wichgrafstraße 11
BI für ein Potsdam ohne Garnisonkirche
Kulturlobby
Potsdamer Mitte neu denken

Sprecher*innenrat Rechenzentrum
Bürgerbegehren für faire Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen in der Klinikgruppe Ernst von Bergmann

Nutzer*innenplenum Kulturzentrum Freiland

Hier ist noch einmal der Aufruf: