Rechtes Symbol unter Denkmalschutz

Neues Gutachten und Fachaufsichtsbeschwerde zum Potsdamer Glockenspiel

Vortragsfolie zum Spendenaufkommen für das Glockenspiel

Heute stellten Prof. Phillip Oswalt und Carsten Linke in einer Pressekonferenz am alternativen Lernort-Garnisonkirche im Rechenzentrum das neue Gutachten zum Potsdamer Glockenspiel vor. Gleichzeitig erläuterte Herr Oswalt, der gemeinsam mit dem Erziehungswissenschaftler Prof. Dr. Micha Brumlik eine Fachaufsichtsbeschwerde bei der Kulturministerin gegenüber dem Landesdenkmalamt eingereicht hat, die Beweggründe für dieses Verfahren.

Wir dokumentieren die Pressemitteilung:

Die Form der kürzlich erfolgten denkmalpflegerischen Unterschutzstellung des Glockenspiels auf der Plantage ist ein weiterer Schritt eines seit 30 Jahren fortgesetzten kollektiven Versagens der Potsdamer (Stadt-)Gesellschaft bei der notwendigen Abgrenzung von extremistischen Kräften am rechten Rand. Das Objekt ist nicht nur das erste unter Schutz gestellte Objekt der „Neuen Rechten“, es ist auch Symbol des „Potsdamer Handschlags“, des Schulterschlusses von erheblichen Teilen der Gesellschaft mit Gruppierungen am rechten Rand.

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Schrott oder Chance – Potsdam in Bordeaux

Die 414films-Doku „Schrott oder Chance – Ein Bauwerk spaltet Potsdam“ über die Abrissdebatte rund um die ehemalige FH am Alten Markt in Potsdam ist für zwei Wochen (bis 01.10.2021) auf der Online-Plattform des Goethe-Instituts „Goethe On Demand“ zu sehen! Der Film wird als Rahmenprogramm zur derzeit im Goethe-Institut Bordeaux laufenden Fotoausstellung DÉCONSTRUCTIONS von Daniel Poller über den FH-Abriss gezeigt:

Zur Pressemitteilung: https://www.goethe.de/resources/files/pdf236/cdp-daniel-poller-expo-dconstructions-doc-schrott-oder-chance.pdf 

Zur Ausstellung: https://www.goethe.de/ins/fr/de/sta/bor/ver.cfm?fuseaction=events.detail&event_id=22225463 

Zum Film: https://bordeaux.goethe-on-demand.de/movies/schrott-oder-chance 

Ihr könnt den Film kostenfrei sehen, müsst euch aber einmalig mit eurer Emailadresse registrieren. Viel Spaß beim Gucken wünschen das 414films-team und das Netzwerk Stadt-für-alle.

Von China lernen, heißt Siegen lernen!?

Seit Jahren verweigern sich die wichtigsten politischen Entscheidungsträger der Stadt fast allen bekannten Instrumenten, um den Anstieg der Mieten, um Verdrängung und Mietenwahnsinn wenigstens etwas entgegen zu setzen. Erst am letzten Dienstag erklärten Aktivist*innen aus der Mieter*innenbewegung im Kino Thalia wie in Berlin der Mietendeckel für landeseigene Wohnungsgesellschaften funktioniert – ohne, dass die Pleite gegangen sind, wie hier in Potsdam gerade wieder vom SPD – Stadtverordneten Keller prophezeit wird. Am Dienstag diskutierten rund 50 Menschen auch über Milieuschutz, Mieter*innenräte, Vorkaufsrecht, Erbbaurecht und Vieles mehr – alle diese Instrumente gibt es in Potsdam nicht.

Die Stadtspitze, die ProPotsdam und die meisten Parteien aus der Stadtverordnetenversammlung waren am Dienstag nicht da. Sie wollen mit uns nicht öffentlich über die besten „Instrumente gegen den Mietenwahnsinn“ diskutieren.

Stattdessen haben sie sich nun ausgedacht, alle Wohnungssuchenden in Potsdam nach einem Punktesystem zu bewerten. „Einkommen, Haushaltsgröße, ehrenamtliche Tätigkeiten“ sollen einbezogen werden, schreibt die PNN am 16.09.2021. Und natürlich gilt: Potsdamer*in musst Du sein!

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Die Erde nur geborgt, und den Boden vergessen?

Ein Plakat zur Bundestagswahl 1983. Heute in Vergessenheit geraten.

Es ist fast 40 Jahre her: „Wir haben die Erde nur von unseren Kindern geborgt“. Das Plakat mahnt die Endlichkeit des Planeten und seiner Ressourcen an. Es mahnt, dass wir Entscheidungen treffen müssen, die nicht nur enkeltauglich sein sollten, sondern für mehrere Generationen die Möglichkeiten eines selbst bestimmten Lebens und der Teilhabe öffnen. Das knappe Gut „Grund und Boden“ ist auch eine endliche Ressource.

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Rechenschwäche bei der Stiftung GK

Die Einen feiern 50. und 6. Geburtstag des Rechenzentrums und die Nachbarin hat es nicht so mit den Zahlen. Rechenschwäche bezeichnet umgangssprachlich die Dyskalkulie. Dies klingt nach „nicht kalkulieren können“.

In einem Vortrag am 4. Sept.21 hat Martin Vogel – der theologische Vorstand der Stiftung GK – vor kleinem und hochbetagtem Publikum in der Wissenschaftsetage über das leidige Thema Garnisonkirche geplaudert. Es gab nichts Neues und wie immer wenig Konkretes. Es stellte sich eher die Frage, wieso lässt ProWissen Potsdame.V. derartig subjektiv geprägte Allgemeinplätze in seinen Räumen zu? Wollten die nicht den Wissenschaftsstandort Potsdam puschen? Doch wie immer wollen wir uns mehr mit den Inhalten, statt mit den Oberflächlichkeiten beschäftigen. Drei Dingen fielen uns auf:

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Aktionstag zum Mietendeckel im Kino Thalia

„Der Mietendeckel – das richtige Instrument gegen den Mietenwahnsinn?“ –
Unter diesem Motto laden das Netzwerk „Stadt für alle“ und die Initiative Bürgerbegehren für einen „Potsdamer Mietendeckel“ zu einem Aktionstag ins Kino Thalia in Babelsberg!

Dienstag, den 14. September 2021 ab 17.00 Uhr

Hier findet Ihr das aktuelle Programm aus spannenden Filmen und einer Podiumsdiskussion.

Spannend bleibt auch, ob der Oberbürgermeister, Herr Schubert unsere Einladung zur Diskussion annimmt – oder ob sich ProPotsdam und politisch Verantwortliche wirklich weiter der öffentlichen Diskussion verweigern…

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VVN-BdA fordert kritische Kommentierung des Glockenspiels

„Üb immer Treu und Redlichkeit“ sowie „Lobet den Herrn“ erklangen heute vor 107 Jahren im nervigen Halbstundentakt. Der erste große Sieg wurde gefeiert, nachdem am 01.August 1914 im Neuen Palais der deutsche Kaiser dem Rest der Welt den Krieg erklärte.  Der Sieg bei Tannenberg (30.08.1914) galt vielen als Beweis dafür, dass die deutschen das von Gott auserwählte Volk waren und dafür, dass die deutsche militärische Führungskunst überlegen ist. Auch die Richtigkeit des Dogmas der Vernichtungsschlacht wurde bestätigt. Geschickt inszenierte die zeitgenössische Propaganda den umfassenden Sieg als erfolgreichen Kampf des „Germanentums“ gegen das „Slawentum“. „Inszenierung“ ist auch das Label des Glockenspiels an der Plantage.

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Studien, Recherchen und Positionen

In den letzten Wochen gab es eine Menge unterschiedlicher Studien, Recherchen und Positionen zur Wohn – und Mietenpolitik in Deutschland.
Sie zeigen die Dynamik und Dramatik dieses Themas unmittelbar vor der Bundestagswahl: Es ist das wichtigste soziale Thema vieler Menschen!

Fast immer geht es auch um Potsdam.
Berechnungen zeigen, dass Potsdam seinen Platz als teuerste Stadt in den neuen Bundesländern festigt und bei einigen Parametern längst mit Großstädten im Westen mithalten kann.
Gleichzeitig zeigen mietenpolitische Initiativen und die Stadt Berlin wie es auch anders geht. Vorbild für eine neue Wohnungs – und Bodenpolitik in Potsdam?
Leider nicht.
Aber lesen hilft vielleicht.

Wir dokumentieren:

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Vom kleinen Prinzen lernen

Ein seltsames Demokratie- und Selbstverständnis offenbarte gestern im Hauptausschuss Oberbürgermeister Mike Schubert. Er agierte wie „der kleine König“ aus dem Abendgruß des Sandmanns. Schuld hatten nur Pferd Grete, Hund Wuff oder die Katze Tiger; nur er nicht. Der Anlass: Unter Sonstiges kritisierte der LINKEN-Politiker Dr. Scharfenberg die Erklärung des Kuratoriums der Stiftung Garnisonkirche und wies drauf hin, dass diese einstimmig getroffen wurde. Also mit der Stimme des OBM. Der Beschluss gefährde die Offenheit des Diskussionsprozesses, so Scharfenberg. Im Nachgang entspannte sich eine illustre Debatte dazu.

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