Die sieben Steine

Zu Beginn dieser frühlingshaften Woche (am 18. Feb. 2019) begannen die Hochbauarbeiten für die Turmkopie der Garnisonkirche – dem Symbol des preußischen Militarismus, der undemokratischen Monarchie und des Endes der Weimarer Republik.  Fast eineinhalb Jahre nach der geplanten Fertigstellung im Okt.2017 wurden nun mit geheimen Pomp, Segen und Presse die ersten sieben Steine vermauert. Für jeden Mythos einen; 7 Mythen und 7 Steine. Das passt!

Der Opfermythos wurde wieder voll bedient. Die ewige Leier der Stiftungsverantwortlichen von der Kirchenzerstörung durch die DDR-Staatsführung erinnert schon an die Fake-News-Affinität Donald Trumps. Aber noch ein anderer der sieben Mythen – der Spendenmythos – bekam an dem Tag neue Nahrung. Noch am 15. Januar lies der Kommunikationsvorstand der Stiftung Eschenburg mittels der beiden „Zentralorgane“ (MAZ und PNN) verkünden, dass nur neun Millionen Euro fehlen, um den Turm zu errichten. Aktuell sind es nun schon 11-12 Mio. Euro! Die Angaben schwanken von Woche zu Woche. Die Stiftung mit ihren fünf Beschäftigten und die vielen Werbeaktionen verbrauchen scheinbar mehr Geld, als sie einnehmen können. Das klingt nach ABM im Sinne von Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, und nicht nach „Alle bauen mit“, am Aufbauwerk von nationaler Bedeutung. Die Stiftung muss sich beeilen. Wenn nun jeden Monat eine weitere Million Defizit hinzukommt, ist das Geld bald alle. Die Baukostensteigerungen nagen ebenfalls am schlaff gefüllten Kollektebeutel. Schon die Gründungspfähle haben fast zwei Mio. € mehr gekostet, als ursprünglich geplant. Und ob die Ziegelarbeiten im Kostenrahmen bleiben, bleibt abzuwarten.

Eins steht jedoch fest: mit jedem dieser über 2,3 Mio. Ziegel dokumentiert die Stiftung ihre Kompromisslosigkeit. Der nun begonnene Mauerbau der Stiftung führt zur weiteren Spaltung der Stadt. Die Heimlichtuerei der Ziegelsteinlegung zeigt, wie sehr die Stiftung und ihr Förderverein die Stadtgesellschaft und die ernsthafte Diskussion um das Vorhaben fürchten. Das erinnert wirklich an die DDR-Staatsführung.

In Potsdam nichts Neues

… bei Vorkaufsrecht, Konzeptvergabe, Rekommunalisierung und Erbbaurecht

Überall diskutieren KommunalpolitikerInnen, BürgerInnen, MieterInneninitiativen, wie man den Mietenanstieg in den Städten begrenzen könnte, wie den Renditeerwartungen von Immobilieninvestoren zu begegnen ist.

Nur in Potsdam nicht.

Überall überlegen KommunalpolitikerInnen, BürgerInnen, MieterInneninitiativen, welche Möglichkeiten Rekommunalisierung von Wohnungen, Milieuschutz, Erbbaurecht oder Vorkaufsrecht bieten können.

Nur in Potsdam nicht.

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Hintergründe zur „Deutsche Wohnen AG“ …

… in Potsdam und anderswo

Fast schon unbemerkt haben sich auch in Potsdam die ganz Großen der Wohnungskonzerne eingekauft. Venovia im Kirchsteigfeld und die „Deutsche Wohnen“ im Schlaatz, in Waldstadt und in Babelsberg.

Und natürlich gehören in diese Aufzählung auch die Pläne der Deutschen Wohnen, im neuen Stadtteil Krampnitz über 40 % der neu geplanten Wohnungen zu errichten.

Es wird also Zeit, auch die Deutsche Wohnen AG mal ein wenig näher zu beleuchten.

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Was wäre, wenn …

… die Stadt den Brauhausberg samt „Minsk“ nicht verkaufen würde?

Zugegeben, es geht ja eigentlich nur noch um ein Stück des legendären Brauhausberges in Potsdam.
Den Rest haben Stadt und Land längst verscherbelt – wie gehabt an zum Teil zwielichtige Investoren wie die Sanus AG aus Berlin.

In der Diskussion um das „Minsk“ ist das eigentliche Grundproblem ein wenig untergegangen: Dieser wichtige Teil mitten in Potsdam soll an möglichst viel bietende Investoren verkauft werden. Nur noch mal zur Erinnerung: Das aktuelle Höchstgebot (eines natürlich mal wieder unbekannten Investors) liegt bei 27 Mio. €.

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Wer steckt eigentlich hinter den Investoren auf dem RAW Gelände? IV

Oder: „Eine einmalige Gelegenheit!“?

Zuerst wollen wir uns mal ganz herzlich für die vielen Rückmeldungen und Unterstützung bedanken, die wir in den letzten Wochen erhalten haben. Fast alle haben uns ermutigt, weiter zu machen, weiter zu recherchieren.

Wie notwendig das ist, zeigen die letzte Tage: Die Erpressung der Mitglieder im Bauausschuss, die völlig unkritische Berichterstattung der lokalen Zeitungen, die statt kritischen Nachfragen Hochglanzbilder der RAW Potsdam GmbH und deren Statements abdrucken.

Dabei ist eigentlich keine der Fragen geklärt, die wir in unseren Hintergrundberichten bisher aufgeworfen haben. Deshalb haben wir weitergemacht und uns vor allem all die Unterlagen besorgt, welche die Gesellschafterentwicklung, die Beteiligungsstruktur und die Handelsregistereinträge der RAW Potsdam GmbH zeigen.
Hier sind die Erkenntnisse:

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Die 7 Mythen der Garnisonkirche

2019: 100 Jahre Weimarer Republik, 100 Jahre Bauhaus … und 100. Jahrestag der Ermordung von Luxemburg und Liebknecht durch Angehörige der Garde-Kavallerie-Schützen-Division. Letzteres geschah am 15.Januar. Der 15.Januar 2019 ist auch der 15. Jahrestag des „Rufes aus Potsdam“.

Ein Anlass, sich dem Aufruf, den Rufenden und ihre Argumenten zu widmen. Vor allem den vielen falschen Versprechen, den geschichtlichen Verdrehungen und gezielten Inszenierungen gilt siebenfach die Aufmerksamkeit.

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Für den Erhalt des offenen und unkommerziellen Charakters des Abenteuerspielplatz „Blauer Daumen“ in Potsdam Griebnitzsee

Wir dokumentieren: Aufruf der  unabhängigen Elterninitiative des Abenteuerspielplatzes „Blauer Daumen“.

Kommt zum Informationsabend am:  15. Januar 2019; 18:30 Uhr
Hort Buntstifte; Röhrenstr. 6; 14480 Potsdam

Neu: Kommentar und Mail des Trägers SPI
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Dokumentation zu den Immobilieninvestoren auf dem RAW – Gelände…

… und anderswo.

Das Netzwerk „Stadt für alle“ hat die folgende zusammenfassende Dokumentation an alle Stadtverordneten, den Oberbürgermeister und die Medien der Region verschickt, um darauf aufmerksam zu machen, aus welch zwielichtigen Quellen oft die Immobilieninvestitionen in diese Stadt kommen.
Und natürlich deshalb, um kritisch hinzuschauen, wenn in Potsdam Steuersparmodelle umgesetzt, Geld gewaschen, Renditeerwartungen erfüllt werden sollen – statt eine bezahlbare Stadt für die BürgerInnen zu gestalten.

RAW und Investoren in Potsdam I

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Wer steckt eigentlich hinter den Investoren auf dem RAW – Gelände? III

Bildquelle: Stadt Potsdam

„Der ist mein Alter, EU-Bürger, männlich, drei Kinder.“

… so Mirco Nauheimer am 21.12.2018 gegenüber der MAZ.
Na, dann ist ja alles klar, da kann es keine Probleme mehr geben mit dem Investment auf der RAW – Gelände.
Oder?
Wir aber trotzdem weiter recherchiert. Und sind dabei auf eine Menge neuer Informationen, Netzwerke und Ungereimtheiten gestoßen.

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