VVN-BdA fordert kritische Kommentierung des Glockenspiels

„Üb immer Treu und Redlichkeit“ sowie „Lobet den Herrn“ erklangen heute vor 107 Jahren im nervigen Halbstundentakt. Der erste große Sieg wurde gefeiert, nachdem am 01.August 1914 im Neuen Palais der deutsche Kaiser dem Rest der Welt den Krieg erklärte.  Der Sieg bei Tannenberg (30.08.1914) galt vielen als Beweis dafür, dass die deutschen das von Gott auserwählte Volk waren und dafür, dass die deutsche militärische Führungskunst überlegen ist. Auch die Richtigkeit des Dogmas der Vernichtungsschlacht wurde bestätigt. Geschickt inszenierte die zeitgenössische Propaganda den umfassenden Sieg als erfolgreichen Kampf des „Germanentums“ gegen das „Slawentum“. „Inszenierung“ ist auch das Label des Glockenspiels an der Plantage.

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„Blinder Fleck der Hohenzollern“

Wir haben Schuld auf uns geladen, wollen uns aber versöhnen. Klingt nach Garnisonkirche, scheint aber auch die neue Taktik unseres Potsdamer Sorgenprinzen, Georg Friedrich Prinz von Preußen zu sein. Er sei über Rolle der Familie in Nazi-Zeit „erschüttert“. „Ich sehe mich und meine Familie bei der Aufarbeitung der dunklen Kapitel unserer Geschichte in der Verantwortung“, sagte er am Mittwochabend bei der Präsentation des Buches „Der Kronprinz und die Nazis – Hohenzollerns blinder Fleck“ in Berlin. „Dunkles Kapitel“ – welche verharmlosende Formulierung. Auch diese erinnert an die Stiftung Garnisonkirche. Zu den Antworten auf die Fragen: Worum es geht, wer wem hilft und wer dagegenhält …

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„Gebt Fritzens Beinen die letzte Ruh` – und packt den Militarismus auch gleich dazu!“

Morgen jährt sich das Spektakel um die Umbettung zweier Preußenkönige zum 30sten Male. Der Begräbniskult war ein Tiefpunkt der Demokratie und der Souveränität der Republik sowie der Startschuss für die Verklärung der Könige und die Re-Historisierung dieser Stadt.

Der Errichtung des Glockenspiels an der Plantage am 14.April 1991 im Beisein der Hohenzollern und der Landesregierung folgte am 17.August die staatsaktähnliche Überführung zwei Königssärge nach Potsdam. Mit Bundeskanzler Kohl als Pate des nationalistischen Hochfestes. Als „Die Heimkehr der Könige“ war das aristokratische Spektakel und die Berichterstattung oftmals überschrieben.

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13.08. ein Jubiläumstag und Gedenktag für Mordopfer

Am heutigen 13. August jährt sich der Geburtstag von Karl Liebknecht zum 150. mal. Bis heute schlägt ihm viel Verehrung oder Hass entgegen (zuletzt vom WELT-Redakteur Sven Felix Kellerhoff). Nach Karl Liebknecht sind mehr Straßen und Plätze in ganz Deutschland benannt als nach Helmut Kohl oder Konrad Adenauer. In Potsdam trägt das Stadion seinen Namen. In Wien eine Gasse. In Leverkusen eine Schule, um nur einige Beispiele zu nennen. Er war ein Andersdenkender in seiner Zeit und wurde Opfer der Antidemokraten. Eine kleine Würdigung an diesem 13. August.

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Ein stummes Glockenspiel zum Nachdenken?

Wie gestern bekannt wurde, hat das Landesdenkmalamt Brandenburg den 1991 auf der Plantage errichteten Nachbau des Glockenspiels der Potsdamer Garnisonkirche, auf Antrag eines nicht genannten Dritten, unter Denkmalschutz gestellt. Grund: es sei als Gegenstand einer 30-jährigen intensiven stadtpolitischen Debatte ein schützenswertes Zeugnis der jüngeren Zeitgeschichte. Nach dieser Amtslogik hätte die stark debattierte Fachhochschule nie abgerissen werden würfen und müssten der Staudenhof, das Rechenzentrum und das Mercure-Hotel zeitnah unter Denkmalschutz gestellt werden!

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Jauch mit Corona infiziert – na und?

„die goldene Villa“ (Corona-Schrein im Aachener Dom)

„Günther Jauch ist mit Corona infiziert“, das meldeten die Potsdamer Neusten Nachrichten am 09.04.21. Es liest sich wie eine PR-Aktion über den Potsdamer Mitbürger. Von der Krankheit erfahren die Leser*innen nichts. Erstaunlich, was den Zeitungen eine Meldung wert ist, den Jauch ist nur einer von 5895 Infizierten in Potsdam. Corona scheint ihm wohlgesonnen, denn der TV-Moderator ist bekennender Katholik und für diese Glaubensgemeinschaft ist Corona die Schutzheilige des Geldes.

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Die Polizei – wessen Freund und Helfer?

Am heutigen Samstag fand in Potsdam die Kundgebung der Corona-Leugner*innen und der Verschwörungstheoretiker*innen statt. Dafür stellte die Stadt die Freifläche des Neuen Lustgartens zur Verfügung. Auf  der anderen Straßenseite, vor dem Filmmuseum, gab es zeitgleich eine Gegenkundgebung unter dem Motto „Ausgeschwurbelt! Gemeinsam gegen Corona, Quatschdenken und Nazigeschwurbel!“ 

So weit so gut. Doch was kam dann? Als Bewegung hineinkommt, reagiert die Polizei höchst einseitig. Zweierlei Maß schadet dem Rechtsstaat und der Demokratie.

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Wetterfahne der Garnisonkirche

Wir klären auf. Es geht um „Nec soli cedit“ contra „Nec pluribus impar“ und um Geschichte akzeptieren contra Geschichte umdeuten.

Überlagerte Symbolik; GK – das Goldene Kalb – vor dem Käfig der eingesperrten Wetterfahne

Vor wenigen Tagen hat Frau Hüneke beim Research Center Sanssouci (RECS) einen Beitrag veröffentlicht, der dazu dient die aktuelle Debatte um das Areal an der Plantage (mit Garnisonkirche und Rechenzentrum) zu beeinflussen. Das ist interessant, da die gleiche Frau Hüneke sich als Bündnisgrüne Abgeordnete im Hauptausschuss der SVV gegen die Hereinnahme des Garnisonkirchenturms in die inhaltliche wie gestalterische Debatte ausgesprochen hat.

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Weibliche Führerliebe … und die Hohenzollern-Frauen

Bisher unbekannte Geheimdienstberichte der amerikanischen Journalistin Sigrid Schultz zeigen, wie sehr sich auch die Frauen aus der kaiserlichen Hohenzollern-Dynastie für den Aufstieg des Nationalsozialismus engagierten. Die taz hat dazu einen exklusiven Beitrag von Karina Urbach in der Wochenendausgabe (30./31.01.2021 Seite 12/13). Schön, dass wenigsten international an dem so deutschen Thema gearbeitet wird, während hier die Kulissen der Hohenzollernherrschaft als Akt der Versöhnung hochgezogen werden.

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Brandenburg und der Hohenzollernstreit

Am 19.01.2020 fand eine Online-Diskussion zum Thema statt. Die Landtagsfraktion der LINKEN stimmte sich und die Webgemeinde auf die Anhörung im Landtag am Folgetag ein. „Nach der Enteignung der Adelsfamilie wegen ihrer Mitverantwortung für die NS-Herrschaft im Land Brandenburg 1945 befinden sich die ehemaligen Schlösser und Gärten der Hohenzollern in öffentlicher Hand. Sie wurden restauriert, gepflegt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

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