Drei Jahrzehnte Projektversagen in Potsdam

Die Stiftung Garnisonkirche hat gemeinsam mit der Fördergesellschaft eine neue Broschüre rausgebracht „zwei Jahrzehnte Projektgeschichte …“. Schon der Titel ist eine bewusste Irreführung der Öffentlichkeit. Eine der ersten Reaktionen lautete „Du liebe Güte, da ist wirklich „viel Schönes drin“… Neben Beschönigungen, Behauptungen, bewussten Verdrehungen, Spendenoffenbarungen und Lügen vor allem NICHTS über das Lernortkonzept – NICHTS!!! “

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Opfermythos in Sandstein und Zement

Dies könnte eine Überschrift für einen Beitrag zur Garnisonkirche sein. Ist es aber nicht. Die Sächsische Zeitung ist der Frage nachgegangen, wie historisierendes Bauen rechten Ideologien Vorschub leistet. Anlass sind der Jahrestag der Bombardierung Dresdens im 2. Weltkrieg am kommenden Wochenende und der Film von Hans Christian Prost „Wohin mit der Geschichte?“. Die Parallelen zur Entwicklung in Potsdam sind auffällig, auch wenn sie nicht 1:1 so stattfinden.

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Finanzierungs- und Förderprobleme beim Bau der Garnisonkirche

In der seit mehr als drei Jahrzehnten andauernden Kontroverse um den Wiederaufbau der Garnisonkirche stehen die inhaltlichen Fragen im Zentrum, jedoch sind auch Aspekte der Finanzierung immer wieder Teil der Auseinandersetzung. Die mangelhafte gesellschaftliche und demokratische Legitimierung des Projektes schlägt sich in seinen fortgesetzten Finanzierungsproblemen nieder. Das geringe Spendenaufkommen, fehlende Transparenz, widersprüchliche Angaben, anhaltende Finanzierungslücken und steigende Baukosten werfen dabei nicht nur politische, sondern auch haushalts- und förderrechtliche Fragen auf.

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Zensur statt Versöhnung

Die Bundesstiftung Flucht-Vertreibung-Versöhnung hat scheinbar ein Problem mit der Kausalität von Krieg und Vertreibung und mit der allgegenwärtigen Vereinnahmung der Neuen Rechten für die national bedeutsamen Projekte. Vieles erinnert an die Stiftung Garnisonkirche. Beide Stiftungen hängen strukturell oder finanziell am Tropf der Bundesbeauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien Monika Grütters (BKM). Beide Stiftungen zensieren künstlerische Arbeiten um sich der inhaltlichen Debatte zu entziehen.

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Wetterfahne der Garnisonkirche

Wir klären auf. Es geht um „Nec soli cedit“ contra „Nec pluribus impar“ und um Geschichte akzeptieren contra Geschichte umdeuten.

Überlagerte Symbolik; GK – das Goldene Kalb – vor dem Käfig der eingesperrten Wetterfahne

Vor wenigen Tagen hat Frau Hüneke beim Research Center Sanssouci (RECS) einen Beitrag veröffentlicht, der dazu dient die aktuelle Debatte um das Areal an der Plantage (mit Garnisonkirche und Rechenzentrum) zu beeinflussen. Das ist interessant, da die gleiche Frau Hüneke sich als Bündnisgrüne Abgeordnete im Hauptausschuss der SVV gegen die Hereinnahme des Garnisonkirchenturms in die inhaltliche wie gestalterische Debatte ausgesprochen hat.

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Garnisonkirchenfinanzierung auf dem Prüfstand

Eine Anfrage eines Potsdamer Bürgers bei der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien (BKM) ergab, dass nicht nur das Kulturressort den königlich-preußischen Kitsch fördert, sondern auch das Verteidigungsministerium die militaristische Kultstätte sponsern will. Eine seltsame Mischung. So erscheint der alte Begriff „Hof- und Garnisonkirche“ in einem völlig neuen – passendem – Bild.

Zahlreiche Finanzierungsteile beim Wiederaufbauprojekt von nationalistischer Bedeutung werfen Fragen auf. Laut BKM-Antwort prüft der Bundesrechnungshof seit April 2020 die Vorgänge!

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Koloniale Amnesie

Die Armee im kaiserlichen Deutschland; Frühjahrsparade vor dem Kronprinzen Wilhelm in Potsdam (1910)

Vor einiger Zeit titelte die Kampfpostille der Retro-Fetischist*innen, die Zeitschrift Potsdam life mit „Die Zerstörung Potsdams – und die Rote Armee“ (Ausgabe 62, Winter 2020). Es werden detailliert Kampfhandlungen der tapferen deutschen Soldaten gegen die „Russen“ geschildert und die Flucht zu den Amerikanern als Rettung gepriesen. Der Duktus der Beiträge ist entlarvend. Alte Nazi-Propaganda trägt bis heute Früchte. Doch was hat dies mit kolonialer Amnesie und Potsdam zu tun? Viel!

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Keine Kehrtwende? Keine Klarheit!

Es geht um die Attrappe der Garnisonkirche Potsdam, längst vorhersehbare Kostensteigerungen, ihre Finanzierung und viel mehr…

… aus dem Vollen schöpfen …

Wir dokumentieren hier den Briefwechsel zwischen Frau Krieg von der BI Potsdam ohne Garnisonkirche und Frau Grütters als Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (hier vertreten durch Herrn Stürzebecher).

Der Briefwechsel legt Denk- und Arbeitsweisen offen. Er deckt aber auch eine fragwürdige Förderpraxis und Defizite seitens der Geldgeber auf. Die Verschenkung von Steuergeldern gerät an die Grenzen der Legalität. Verantwortung wird solange aufgeteilt, bis sich niemand mehr für das Gesamtprojekt verantwortlich fühlt. Während viele Kunst- und Medienschaffende und Kultureinrichtungen gerade 2020 ihr finanzielles Desaster erlebten, wird seitens der Bundesbeauftragten nahezu unkontrolliert und ohne gesellschaftliche Rechtfertigung Geld mit vollen Händen an Bauträger*innen verschenkt. Auch nach Potsdam.

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Visitenkarte der Nation

Bauten von nationalistischer und kolonialer Bedeutung

Quelle: www.africavenir.org

Diesmal geht es nicht allein um die Garnisonkirche Potsdams, sondern deren sperriges Pendant in Berlin: das Humboldt-Forum. Die Stadtschloss-Attrappe sorgt dieser Tage für zahlreiche Schlagzeilen. Wenn es um das Forum geht, geht es um Kolonialismus, um die Exponate, genauso um Preußenidealisierung, Glaubensmissbrauch oder rückwärtsgewandte Architektur. Vor einigen Tagen wurde das Humboldt Forum in der Mitte Berlins nun teileröffnet, nur digital. Zum Glück gab es kein Fest um dieses Trauerspiel deutsch-nationaler Verklärung und Schuldverdrängung.

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Keine Störung des Gottesdienstes

… und kein Hausfriedensbruch, kein Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte!

Das Gewaltmonopol liegt beim Staat

Es gab heute beim Amtsgericht erneut eine Verfahrenseinstellung. Grund dafür ist wiederholt die Unglaubwürdigkeit der Polizeiaussagen. Dies war heute kein Einzelfall. Hinter der Kriminalisierung von Protest steckt entweder scheinbar eine Methode oder einfach nur Voreingenommenheit. Heute Nachmittag waren fünf Mannschaftswagen der Polizei vorgefahren, um eine kleine Gruppe junger fridays-for-future-Demonstrant*innen am Platz der Einheit „zu beschützen“. Grund: Sie setzen sich für den Erhalt des Dannenröder Forst und eine Verkehrswende ein. Eine Polizist*in hätte auch gereicht.

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