Natürlich gehört auch das zur Geschichte dieser Stadt:

30 Jahre Hausbesetzungen in Potsdam

Wir dokumentieren: Das Plakat zum Jubiläum – 30 Jahre Hausbesetzungen in Potsdam.
Barocke Fassaden – oft auch in kompletten Kopien, DDR Geschichte – ungeliebt und gern ignoriert, Villen und Plattenbauten – Potsdam hat eine wechselvolle Geschichte.

Das neue Plakat erinnert daran, wie wichtig Hausbesetzungen für diese Stadt waren und sind: Sie haben Häuser vor dem Abriss gerettet, sie haben Kulturprojekte gesichert, sie boten und bieten Menschen bezahlbaren Wohnraum, sie sind Grundlage für viele legale Hausprojekte heute und es gibt sie noch heute. Die „la datscha“ ist Potsdams besetztes Haus am Havelufer, in der Feuerbachstraße wurde erst vor wenigen Wochen mit einer Besetzung an Leerstand und Verdrängung erinnert.

Das Plakat gibt es in wenigen Tagen auch in Printform im Sputnik und an vielen anderen Orten der Stadt. Und 2020 gibt es ganz bestimmt neue Besetzungen, neue Aktionen dafür, eine „Stadt für alle“ zu schaffen.

Wegmarke Potsdamer Demokratie

Am heutigen 1. Oktober vor 30 Jahren wurden fast 4.000 Menschen aus der Prager Botschaft in die Bundesrepublik transportiert. Der Zug fuhr durch die DDR. Es kam entlang der Strecke zu Ausschreitungen. Es war der Höhepunkt der Fluchtwelle 1989. Gleichzeitig gab es aber auch Menschen die HIER bleiben wollten und viel riskierten. Am 7. Oktober – dem Feiertag zum 40. Jahrestag der DDR – setzten viele hundert Menschen dem Staatsakt auch in Potsdam etwas entgegen. „Wir bleiben hier – verändern wollen wir!“ war ihre Losung, mit der sie auf der heutigen Brandenburger Straße demonstrierten. Die Aktion war illegal und ihr Ausgang war völlig ungewiss. Und es kam wie befürchtet. Die Polizei schritt ein und es gab über 100 Verhaftungen.

Am 8.10. gibt es einen Filmabend mit Zeitzeugen-Gespräch zu den Ereignissen vor 30 Jahren in Potsdam. Der zeitliche Bogen der Gespräche und Filme spannt sich von September 1987 bis August 1991. Dabei sollen die Ereignisse auch gesellschaftspolitisch eingeordnet und aus der heutigen Sicht reflektiert werden. Die Demonstration vom 7. Oktober 1989 nimmt dabei eine zentrale Rolle ein.

Mehr dazu hier: http://potsdam-stadtfueralle.de/wegmarken-potsdamer-demokratie-3/