Herzlichen Glückwunsch – 88

21.März 2021

Die Stiftung Versöhnung feiert. Mit einem Staatsakt in der 88 Meter hohen Garnisonkirche von Potsdam feierten die Nationalsozialisten am heutigen 21.März vor 88 Jahren (1933) die Einberufung des Reichstags als Tag von Potsdam und boten der Welt Bilder, die Geschichte machten. Eine perfekte Inszenierung der konservativen, nationalistischen und faschistischen Kräfte. Die Geburtsstunde des Dritten Reiches. Überall schallte es Heil Hitler, welches im rechten Milieu heute oft mit der 88 (der achte Buchstabe im Alphabet) verklausuliert wird.

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Drei Jahrzehnte Projektversagen in Potsdam

Die Stiftung Garnisonkirche hat gemeinsam mit der Fördergesellschaft eine neue Broschüre rausgebracht „zwei Jahrzehnte Projektgeschichte …“. Schon der Titel ist eine bewusste Irreführung der Öffentlichkeit. Eine der ersten Reaktionen lautete „Du liebe Güte, da ist wirklich „viel Schönes drin“… Neben Beschönigungen, Behauptungen, bewussten Verdrehungen, Spendenoffenbarungen und Lügen vor allem NICHTS über das Lernortkonzept – NICHTS!!! “

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Hurra, die Hohenzollern ziehen ab!

500 Jahre Fremdbestimmung und 100 Jahre Parallelgesellschaft könnten ein Ende haben! Die in Kunst gegossene Selbstdarstellung und Überhöhung der Hohenzollern sollen laut Medienberichten ein Ende haben. Im Vermögenskonflikt um Kunstschätze und Entschädigungen drohen die Hohenzollern mit dem Abzug von Leihgaben aus öffentlichen Museen in Berlin und Brandenburg. Das geht aus einem Brief hervor, den Jürgen Aretz, Verhandlungsführer des Ururenkels des letzten deutschen Kaisers, vergangene Woche an die Brandenburger Ministerinnen Lange (Finanzen) und Schüle (Kultur) – beide SPD – schickte.

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Opfermythos in Sandstein und Zement

Dies könnte eine Überschrift für einen Beitrag zur Garnisonkirche sein. Ist es aber nicht. Die Sächsische Zeitung ist der Frage nachgegangen, wie historisierendes Bauen rechten Ideologien Vorschub leistet. Anlass sind der Jahrestag der Bombardierung Dresdens im 2. Weltkrieg am kommenden Wochenende und der Film von Hans Christian Prost „Wohin mit der Geschichte?“. Die Parallelen zur Entwicklung in Potsdam sind auffällig, auch wenn sie nicht 1:1 so stattfinden.

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Finanzierungs- und Förderprobleme beim Bau der Garnisonkirche

In der seit mehr als drei Jahrzehnten andauernden Kontroverse um den Wiederaufbau der Garnisonkirche stehen die inhaltlichen Fragen im Zentrum, jedoch sind auch Aspekte der Finanzierung immer wieder Teil der Auseinandersetzung. Die mangelhafte gesellschaftliche und demokratische Legitimierung des Projektes schlägt sich in seinen fortgesetzten Finanzierungsproblemen nieder. Das geringe Spendenaufkommen, fehlende Transparenz, widersprüchliche Angaben, anhaltende Finanzierungslücken und steigende Baukosten werfen dabei nicht nur politische, sondern auch haushalts- und förderrechtliche Fragen auf.

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Zensur statt Versöhnung

Die Bundesstiftung Flucht-Vertreibung-Versöhnung hat scheinbar ein Problem mit der Kausalität von Krieg und Vertreibung und mit der allgegenwärtigen Vereinnahmung der Neuen Rechten für die national bedeutsamen Projekte. Vieles erinnert an die Stiftung Garnisonkirche. Beide Stiftungen hängen strukturell oder finanziell am Tropf der Bundesbeauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien Monika Grütters (BKM). Beide Stiftungen zensieren künstlerische Arbeiten um sich der inhaltlichen Debatte zu entziehen.

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Beirat der Garnisonkirche bröckelt – Teil 2: die polnische Perspektive fehlt

Screenshot vom 03.20.21,

Vor einigen Jahren gründete sich vollmundig der wissenschaftliche Beirat der Stiftung Garnisonkirche. Nicht ganz von selbst, sondern nur auf Druck der Öffentlichkeit, weil Stiftung und Förderverein nicht selbst in der Lage waren, ein inhaltliches Konzept für den angeblich „national bedeutsamen Prestigebau“ zu erstellen.

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Garnisonkirchenfinanzierung auf dem Prüfstand

Eine Anfrage eines Potsdamer Bürgers bei der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien (BKM) ergab, dass nicht nur das Kulturressort den königlich-preußischen Kitsch fördert, sondern auch das Verteidigungsministerium die militaristische Kultstätte sponsern will. Eine seltsame Mischung. So erscheint der alte Begriff „Hof- und Garnisonkirche“ in einem völlig neuen – passendem – Bild.

Zahlreiche Finanzierungsteile beim Wiederaufbauprojekt von nationalistischer Bedeutung werfen Fragen auf. Laut BKM-Antwort prüft der Bundesrechnungshof seit April 2020 die Vorgänge!

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Koloniale Amnesie

Die Armee im kaiserlichen Deutschland; Frühjahrsparade vor dem Kronprinzen Wilhelm in Potsdam (1910)

Vor einiger Zeit titelte die Kampfpostille der Retro-Fetischist*innen, die Zeitschrift Potsdam life mit „Die Zerstörung Potsdams – und die Rote Armee“ (Ausgabe 62, Winter 2020). Es werden detailliert Kampfhandlungen der tapferen deutschen Soldaten gegen die „Russen“ geschildert und die Flucht zu den Amerikanern als Rettung gepriesen. Der Duktus der Beiträge ist entlarvend. Alte Nazi-Propaganda trägt bis heute Früchte. Doch was hat dies mit kolonialer Amnesie und Potsdam zu tun? Viel!

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Weibliche Führerliebe … und die Hohenzollern-Frauen

Bisher unbekannte Geheimdienstberichte der amerikanischen Journalistin Sigrid Schultz zeigen, wie sehr sich auch die Frauen aus der kaiserlichen Hohenzollern-Dynastie für den Aufstieg des Nationalsozialismus engagierten. Die taz hat dazu einen exklusiven Beitrag von Karina Urbach in der Wochenendausgabe (30./31.01.2021 Seite 12/13). Schön, dass wenigsten international an dem so deutschen Thema gearbeitet wird, während hier die Kulissen der Hohenzollernherrschaft als Akt der Versöhnung hochgezogen werden.

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