Wo sollen wir wohnen?

Wir dokumentieren:
Presseerklärung einer Aktionsgruppe, welche in der letzten Nacht auf dem Brauhausberg auf die Wohnungsnot in Potsdam und die Folgen einer Politik im Interesse von Milliardären und Mäzenen wie Hasso Plattner aufmerksam gemacht haben.
Auf einem 25 m langen Banner stand: „Wo sollen wir wohnen?“

In der vergangenen Nacht haben wir uns Zugang zum Alten Landtag auf dem Brauhausberg verschafft, um auf dem dortigen Turm ein 25 Meter langes Banner anzubringen. „Wo sollen wir wohnen?“

Mit dieser rhetorischen Frage wollen wir auf die prekäre und sich immer weiter verschlimmernde Wohnsituation in unserer Stadt Potsdam aufmerksam machen.
Potsdam ist Stand 2025 in puncto Mietspiegel die acht-teuerste Stadt Deutschlands. Verdrängung, Exklusion und Gentrifizierung sind in den meisten Stadtteilen an der Tagesordnung. Investoren, Immobilienkonzernen und sogenannten „Mäzen“ wird die Tür von der Stadtpolitik weit offengehalten, während die dort lebenden Menschen sowie Stadtteil- und Bürgerinitiativen bewusst übergangen oder gar nicht erst mitgedacht werden. In einem Potsdam wie es sich Konservative, Grüne und Sozialdemokraten gleichermaßen vorstellen, haben nur die etwas zu sagen, die auch zahlen können. Wer sich die Miete nicht mehr oder gar keine Wohnung leisten kann, gehört für sie nicht ins Stadtbild.

Ein aktuelles Beispiel für diese Zustände und Entwicklung sind die Machenschaften von Hasso Plattner. Unter dem Deckmantel und mit dem Wording von großzügigen Investitionen und Geschenken krallt sich Hasso Plattners HPI (Hasso-Plattner Institut) den Campus Griebnitzsee und möchte als „Ausgleich“ einen absehbar zu kleinen und unzureichenden Campus auf den Brauhausberg stellen.

Deshalb wählten wir diesen Ort für unsere Bannerdrop-Aktion.

Eben nicht nur um auf die eh schon desolate Situation auf dem Potsdamer Wohnungsmarkt, die völlig eskalierende Wohnraumkrise und bereits laufende Gentrifizierung aufmerksam zu machen, sondern auch um diese fortschreitenden Entwicklungen mit einem konkreten Beispiel klar zu benennen, zu kritisieren.

Das HPI ist eng mit der HPF (Hasso Platter Foundation) und Plattners Software Großkonzern SAP verknüpft. Letzterer schloss erst letztes Jahr einen Milliardendeal mit dem US-Militär ab. Mit der geplanten HPI-Übernahme des Campus Griebnitzsee könnte in der Zukunft möglicherweise auch in Potsdam an militärischer Drohnentechnologie geforscht werden. Ein weiterer Kritikpunkt ist der massive ökologische Schaden, der durch den Bau eines „Ausgleichcampus“ auf dem Brauhausberg entstehen würde. Es gab bereits weitgehende Fällungen, Naturschutzverbände wie der BUND legten bereits die folgenschweren ökologischen Auswirkungen auf unser Wasser dar. Und auch die dort brütenden Turmfalken sollen den Millionengeschäften weichen.
Auch der Verlust von 547 studentischen Wohnheimplätzen am Griebnitzsee ist weiterhin nicht ausgeschlossen, rechtlich bindende Zusagen von jeglicher Seite blieben bis heute aus.

Wir werden nicht hinnehmen, das Potsdam zu einer Stadt nur für Reiche wird. Das wir uns nicht auf die (Stadt-)politik und die Regierung verlassen können wissen wir bereits, diese werden weiterhin nur Hinterzimmerdeals mit Milliardären (wie Hasso Plattner) und Immobilienkonzernen (wie KW Development) machen. Wenn wir eine faire Gesellschaft und eine Stadt für Alle möchten, dann müssen wir selbst aktiv werden, uns engagieren und uns autonom organisieren! Gerechtigkeit und Mitbestimmung wurde immer erkämpft und wird auch immer von unten erkämpft werden müssen.

Die Milliardäre, Hasso Plattners dieser Welt und ihre treuen Gehilfen in der Politik werden weiterhin versuchen ihre elitäre Vorstellung von einer Stadt für Touris und die obersten 1% durchzudrücken.
Aber auch wir werden ganz sicher nicht klein beigeben. Wir werden weiter machen und wir werden weiter Widerstand leisten, für unsere Stadt, gegen die antisoziale Politik der Bonzen! Hasso Plattner kann unseren Widerstand haben, unsere Stadt aber nicht.

Wir Alle, unsere Solidarität und Gegenseitige Hilfe gegen ihre soziale Ausgrenzung und Neoliberalismus!


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