Potsdam ist überall!

Es gibt einige richtig gute neue Recherchen zum Mietenwahnsinn in Deutschland und Europa.
Sie zeigen, dass, was wir für Potsdam recherchiert haben gilt natürlich auch in Berlin, Hamburg und in vielen europäischen Städten.
Internationale Finanzinvestoren verändern den Wohnungsmarkt mit dramatischen sozialen Folgen, die „Politik ist in allen Städten ähnlich ratlos“ und das Mantra „Bauen, Bauen, Bauen“ hilft überhaupt nicht.

Wir dokumentieren:

Die gemeinsame Recherche von Journalist*innen in 16 europäischen Städten:

https://interaktiv.tagesspiegel.de/lab/mietmarktlabor-berlin-wie-internationales-investment-den-mietmarkt-veraendert/

Artikel und Analysen zur Frage, für wen eigentlich neu gebaut wird:

https://www.mopo.de/hamburg/neubauwohnungen-nur-noch-fuer-gutverdiener-wo-mieter-richtig-draufzahlen-muessen-38330610?originalReferrer=https://t.co/

https://www.immowelt-group.com/presse/pressemitteilungenkontakt/immoweltde/2021-1/neubau-vs-bestand-gut-100-euro-mehr-miete-in-essen-und-duesseldorf-rund-300-euro-in-muenchen-und-stuttgart/

Und: Es werden immer mehr möblierte Wohnungen gebaut – auch das keine neue Erkenntnis für Potsdam:

https://www.immobilien-zeitung.de/1000079017/marktanteil-moeblierten-wohnungen-wird-immer-groesser

Ein abschließendes Statement aus der Tagesspiegel – Veröffentlichung wollen wir Euch aber nicht vorenthalten:

„Der Geldstrom in den Wohnungsmarkt wird zu einer Art selbsterfüllenden Prophezeiung. Weil die Wohnungspreise steigen, können sich weniger Leute eine leisten. Die, die es noch können, werden aus Angst vor hohen Mieten trotzdem versuchen, eine zu kaufen, was den Preis noch weiter steigert. Also wohnen langfristig wahrscheinlich eher mehr Leute zur Miete. Und das macht Wohnungen aus Investmentsicht noch rentabler.

Das ist die Sicht von oben. Am Boden, bei den Leuten, wo die Wohnungen nicht Investment heißen, sondern Zuhause, führt die Kapitalverschiebung zu tiefen Rissen im Stadtleben. Denn bevor Wohnungen erst zu Paketen von Hunderten, dann Tausenden geschnürt, renoviert, vermietet und weitergehandelt werden können, sind oft diejenigen im Weg, die darin wohnen.“


Der Planet stirbt, und wir alle geben Sterbehilfe

Gestern fand der weltweite Aktionstag der Fridays-for-Future-Bewegung statt. Auch in Potsdam – zwischen Filmmuseum und Rechenzentrum. Neben vielen Schüler*innen beteiligten sich auch Wissenschaftler*innen und andere Potsdamer*innen am Klimastreik. Insgesamt unterstützten 35 Initiativen den Aktionstag, darunter VCD, BUND, NABU, Extinction Rebellion, Ende Gelände, Greenpeace. Die Teilnehmer*innen der Menschenkette umringten eine der meistbefahrenen Potsdamer Straßen (die Breite Straße) zu beiden Seiten und plakatierten ihre Sorgen und Forderungen.

„Der Planet stirbt, und wir alle geben Sterbehilfe“ weiterlesen

Potsdams Fahrradklima: Note 3,7

Eine ADFC-Umfrage, an der sich in Brandenburg knapp 5.400 Radfahrende beteiligt haben, zeichnet ein ernüchterndes Bild. Gesamtnote 4,2! Genügend ist für die Verkehrswende und den Klimaschutz nicht genug! Die Zufriedenheit der 991 dabei befragten Potsdamer*innen liegt am oberen Ende der Skala: Note 3,7. Die Umfrage zeigt: „Brandenburgs Entwicklung beim Radverkehr stagniert, keine einzige Brandenburger Kommune konnte die Zufriedenheit unter den Radfahrenden in den letzten zwei Jahren steigern“, erläutert der Landeschef des Brandenburger ADFC.

„Potsdams Fahrradklima: Note 3,7“ weiterlesen

Finanzierungs- und Förderprobleme beim Bau der Garnisonkirche

In der seit mehr als drei Jahrzehnten andauernden Kontroverse um den Wiederaufbau der Garnisonkirche stehen die inhaltlichen Fragen im Zentrum, jedoch sind auch Aspekte der Finanzierung immer wieder Teil der Auseinandersetzung. Die mangelhafte gesellschaftliche und demokratische Legitimierung des Projektes schlägt sich in seinen fortgesetzten Finanzierungsproblemen nieder. Das geringe Spendenaufkommen, fehlende Transparenz, widersprüchliche Angaben, anhaltende Finanzierungslücken und steigende Baukosten werfen dabei nicht nur politische, sondern auch haushalts- und förderrechtliche Fragen auf.

„Finanzierungs- und Förderprobleme beim Bau der Garnisonkirche“ weiterlesen

„Soldaten sind Mörder!“

Potsdamer Mahnungen; von Tucholsky bis Neitzel

Diese Erkenntnis ist so alt und richtig, wie es Kriege gibt. Heute müsste es selbstverständlich „Soldat*innen sind Mörder*innen“ heißen.  Zum ersten Mal hatte Tucholsky 1931 diese Provokation  in der Zeitschrift „Die Weltbühne“ publiziert. Die roten Hefte waren ein Potsdamer Produkt in der Weimarer Zeit gegen den weit verbreiteten, militaristischen Geist von Potsdam.*1

Gestern (02.Nov.2020) wurde das Buch „Deutsche Krieger: Vom Kaiserreich zur Berliner Republik“ des Historikers Sönke Neitzel veröffentlicht (Professor an der Uni Potsdam). Eine 800 Seiten umfassende Studie, in der Neitzel die deutsche „Kriegskultur“ vom 19. Jahrhundert bis heute untersucht und dabei die Frage stellt, was ein Leutnant des Kaiserreichs, ein Offizier der Wehrmacht und ein Zugführer der Bundeswehr in Kunduz-Einsatz gemein haben.

„„Soldaten sind Mörder!““ weiterlesen

VOR – ORT sein! – Dossier zum Thema!

Am Samstag, den 16. Mai 2020 möchten sich Stadtverordnete und „Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten“ VOR ORT anschauen, ob ihr heimlich ausgehandelter „Kompromiss“ zur Verkleinerung des Strandbads und Seesportclubs zugunster eines historischen Parkweges so tragfähig ist.

Ist er nicht.

Im Folgenden findet ihr die Presseinfo des Netzwerkes, den Aufruf und ein Dossier mit vielen Infos über diesen stadtpolitischen Streitpunkt.

„VOR – ORT sein! – Dossier zum Thema!“ weiterlesen

Geht energetische Sanierung ohne Verdrängung?

Eine neue, spannende Studie der Rosa – Luxemburg – Stiftung …

… zeigt dies an vielen guten Beispielen.
Und beweist gleichzeitig, wie unsinnig das Argument ist, das energetische Sanierungen zwangsläufig zu viel höheren Mieten führen.
Oder umgedreht, durch einen Mietendeckel diese wichtige Klimaschutzmaßnahme nicht mehr möglich wäre.

Hier könnt Ihr die Studie lesen und herunterladen:

Neue Studie der R. Luxemburg – Stiftung

Profitmaximierer oder verantwortungsvolle Vermieter?

Auch, wenn die Studie die wichtigsten Immobilienkonzerne in Berlin beleuchtet, ist sie für Potsdam ganz wichtig. Mit der Deutschen Wohnen, Vonovia und – was viele gar nicht auf dem Schirm haben – der TAG (Waldstadt, Stern, Eiche) haben wir die ganz Großen der Branche auch in Potsdam. Das Hilfswerk der Evangelischen Kirche vermietet nicht nur Wohnungen, sondern spendet (wie wir berichtet haben) die Mieteinnahmen auch mal an die Stiftung Garnisonkirche.
Aber lest einfach selbst: