Ein stummes Glockenspiel zum Nachdenken?

Wie gestern bekannt wurde, hat das Landesdenkmalamt Brandenburg den 1991 auf der Plantage errichteten Nachbau des Glockenspiels der Potsdamer Garnisonkirche, auf Antrag eines nicht genannten Dritten, unter Denkmalschutz gestellt. Grund: es sei als Gegenstand einer 30-jährigen intensiven stadtpolitischen Debatte ein schützenswertes Zeugnis der jüngeren Zeitgeschichte. Nach dieser Amtslogik hätte die stark debattierte Fachhochschule nie abgerissen werden würfen und müssten der Staudenhof, das Rechenzentrum und das Mercure-Hotel zeitnah unter Denkmalschutz gestellt werden!

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Jauch mit Corona infiziert – na und?

„die goldene Villa“ (Corona-Schrein im Aachener Dom)

„Günther Jauch ist mit Corona infiziert“, das meldeten die Potsdamer Neusten Nachrichten am 09.04.21. Es liest sich wie eine PR-Aktion über den Potsdamer Mitbürger. Von der Krankheit erfahren die Leser*innen nichts. Erstaunlich, was den Zeitungen eine Meldung wert ist, den Jauch ist nur einer von 5895 Infizierten in Potsdam. Corona scheint ihm wohlgesonnen, denn der TV-Moderator ist bekennender Katholik und für diese Glaubensgemeinschaft ist Corona die Schutzheilige des Geldes.

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Die Polizei – wessen Freund und Helfer?

Am heutigen Samstag fand in Potsdam die Kundgebung der Corona-Leugner*innen und der Verschwörungstheoretiker*innen statt. Dafür stellte die Stadt die Freifläche des Neuen Lustgartens zur Verfügung. Auf  der anderen Straßenseite, vor dem Filmmuseum, gab es zeitgleich eine Gegenkundgebung unter dem Motto „Ausgeschwurbelt! Gemeinsam gegen Corona, Quatschdenken und Nazigeschwurbel!“ 

So weit so gut. Doch was kam dann? Als Bewegung hineinkommt, reagiert die Polizei höchst einseitig. Zweierlei Maß schadet dem Rechtsstaat und der Demokratie.

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Wetterfahne der Garnisonkirche

Wir klären auf. Es geht um „Nec soli cedit“ contra „Nec pluribus impar“ und um Geschichte akzeptieren contra Geschichte umdeuten.

Überlagerte Symbolik; GK – das Goldene Kalb – vor dem Käfig der eingesperrten Wetterfahne

Vor wenigen Tagen hat Frau Hüneke beim Research Center Sanssouci (RECS) einen Beitrag veröffentlicht, der dazu dient die aktuelle Debatte um das Areal an der Plantage (mit Garnisonkirche und Rechenzentrum) zu beeinflussen. Das ist interessant, da die gleiche Frau Hüneke sich als Bündnisgrüne Abgeordnete im Hauptausschuss der SVV gegen die Hereinnahme des Garnisonkirchenturms in die inhaltliche wie gestalterische Debatte ausgesprochen hat.

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Weibliche Führerliebe … und die Hohenzollern-Frauen

Bisher unbekannte Geheimdienstberichte der amerikanischen Journalistin Sigrid Schultz zeigen, wie sehr sich auch die Frauen aus der kaiserlichen Hohenzollern-Dynastie für den Aufstieg des Nationalsozialismus engagierten. Die taz hat dazu einen exklusiven Beitrag von Karina Urbach in der Wochenendausgabe (30./31.01.2021 Seite 12/13). Schön, dass wenigsten international an dem so deutschen Thema gearbeitet wird, während hier die Kulissen der Hohenzollernherrschaft als Akt der Versöhnung hochgezogen werden.

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Brandenburg und der Hohenzollernstreit

Am 19.01.2020 fand eine Online-Diskussion zum Thema statt. Die Landtagsfraktion der LINKEN stimmte sich und die Webgemeinde auf die Anhörung im Landtag am Folgetag ein. „Nach der Enteignung der Adelsfamilie wegen ihrer Mitverantwortung für die NS-Herrschaft im Land Brandenburg 1945 befinden sich die ehemaligen Schlösser und Gärten der Hohenzollern in öffentlicher Hand. Sie wurden restauriert, gepflegt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

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Subtexte der Potsdamer Stadtgeschichte

Wir dokumentieren:

Start der Crowdfundingkampagne von „SUB.TEXTE – Kampf um Freiräume“ für den Dokumentarfilm über die Potsdamer Sub- und Alternativkultur seit der 1990er-Jahre.

Ab sofort bis zum 15.02.2021 ist die Crowdfundingkampagne der Projektgruppe des Studiengangs Kulturarbeit der Fachhochschule Potsdam „SUB.TEXTE – Kampf um Freiräume“ online und sammelt über Startnext Spenden für ihren Dokumentarfilm. Darin werden die Entwicklung der alternativ- und subkulturellen Projekte und Initiativen in Potsdam, die unter anderem aus den Protesten und Hausbesetzungen der 1990er-Jahre entstanden sind, thematisiert.

Die Projektgruppe des Studiengangs Kulturarbeit der Fachhochschule Potsdam wollen eine andere Sichtweise auf Potsdam ermöglichen, indem sie die Geschichte der Proteste seitens der Besetzer*innen aber auch durch beispielsweise Vertreter*innen der Stadt darstellen. Mithilfe von Zeitzeug*innen wollen sie den weiteren Generationen einen Einblick in diese Historie geben. Im Frühjahr soll ihr Dokumentarfilm auf einer kostenlosen Filmpremiere erstmals veröffentlicht werden. Danach wird er für alle online-kostenlos verfügbar sein. Ihr Ziel ist es, einen Diskurs über den zukünftigen Umgang mit subkulturellen Zentren anzuregen.

Für die Umsetzung ihrer Dokumentation sind sie auf Spenden angewiesen. Auf Startnext rufen sie zum Spenden auf und bieten besondere Dankeschöns. Sie benötigen insgesamt 3000€ für ihre Projektumsetzung, um einer fairen Produktion nachzukommen.

Hier der Link zur Kampagne: https://www.startnext.com/subtexte-kampf-um-freiraeume

Weitere Informationen zu dem Projekt von „SUB.TEXTE – Kampf um Freiräume“ finden Sie unter: https://sub-texte.wixsite.com/potsdam Oder auf Facebook und Instagram unter „sub.texte“.

Das Preußische Märchen – 2. Akt

Die Süddeutsche und CNN mit ihrer Kritik am Trauerspiel

Kronprinz Wilhelm bei einer SA-Kundgebung im Oktober 1933; John Rohl, CNN

Und so sah der angebliche Widerstand der Hohenzollern in Bild (oben) und Text (nachstehend) aus: Alsbald nach der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler und der Vereidigung des Hitler-Kabinetts am 30. Januar 1933 schrieb Kronprinz Wilhelm junior an Generalmajor von Bredow: „Jetzt heißt es, die Geschlossenheit dieser Regierung in jeder Beziehung zu unterstützen und Jedem in die Fresse zu hauen, der versucht, in diese Geschlossenheit Unruhe und Misstrauen hineinzutragen. Dieses ‚in die Fresse hauen‘ habe ich bereits verschiedentlich mit der notwendigen Rücksichtslosigkeit in den letzten Tagen besorgt.“ Der Brief datiert vom 6. März 1933.  Wenige Tage später fand der Tag von Potsdam statt. Mit der ehemaligen Hof- und Garnisonkirche, der „Familienkirche“ des Kronprinzen, als passende Kulisse.

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Inhaltliche Bankrotterklärung der Stiftung Garnisonkirche

… daran hat sich bis heute nicht viel geändert

Bereits im Januar diesen Jahres kündigte Wieland Eschenburg als Kommunikationsvorstand der Stiftung ein Nutzungskonzept mit inhaltlichen Schwerpunkten an. Die Spannung war groß, als am 05.06.2020 die Stiftung Garnisonkirche ihr neues Betriebs- und Nutzungskonzept vorstellte. Und die Enttäuschung auch!

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