Am Samstag, den 10. Oktober 2026 haben mehr als 2.000 Menschen in Potsdam gegen Mietenwahnsinn und Verdrängung demonstriert.
Unter dem Motto „Her mit den Wohnungen! Runter mit den Mieten!“ zog eine bunte, laute und kämpferische Demonstration vom Platz der Einheit nach Babelsberg bis zum Alten Markt.

Dort gab es eine Abschlusskungebung mit vielfältigen Redebeiträgen, Infoständen und einem wunderbaren Musikprogramm.
In vielen unterschiedlichen Redebeiträgen wurde die dramatische Wohnkrise in der Stadt thematisiert, auf die Folgen für Jugendliche, Studierende, Migrant*innen oder Famlien mit Kindern verwiesen.
Wir dokumentieren hier einige der Redebeiträge.

Zum Abschluss versammelten sich viele Menschen des breiten Demobündnisses auf der Bühne und versprachen:
„Das war erst der Anfang, wir kommen wieder und bleiben dran!“
Abschlussrede des Mietendemobündnisses:
Kristina und ich standen hier schon einmal zusammen.
Vor fast 10 Jahren.
Damals kämpften wir gegen den Abriss der Fachhochschule und den ganzen teuren, unnützen barocken Sch…., der da heute hinter uns teilweise immer noch leersteht.
Damals und heute geht es eigentlich um die gleiche Frage:
Wem gehört die Stadt?
Wem gehört Potsdam?
2017 – als die Fachhochschule besetzt wurde skandierten hier über 1000 Menschen die Antwort:
Die Stadt gehört uns!
Genau deshalb sind wir heute hier auf der Straße und auf diesem Platz.
Wir wollen unsere Stadt zurück!
Wir sind es leid, dass gierige Immobilienunternehmer wie W. Kirsch unsere Wohnungen aufkaufen, in Eigentum umwandeln und uns dann rausschmeißen.
Wir sind es leid, dass ganze Quartiere wie die Speicherstadt als superteure Anlageobjekte für irgendwelche internationalen Fonds gebaut werden.
Wir sind es leid, dass statt Wohnheimplätze und Sozialwohnungen immer mehr möblierte Mikroapartments errichtet werden.
Wir sind es leid, dass Milliardäre wie Plattner als Mäzene kommen und die Stadt aufkaufen und nach eigenen Wünschen gestalten.
Wir sind wütend darüber, dass die Stadt Potsdam diesen Immobilienhaien immer noch den „Roten Teppich“ ausrollt. Genau in dieser Woche haben Rubelt und Nicke wieder ein Stück Potsdam auf der Immobilienmesse in München verhökert.
Wir sind wütend darüber, dass das Land Brandenburg wirksamen Mieter*innenschutz blockiert und sich weigert, einfache Landesverordnungen für eine Kündigungssperrfrist bei Eigenbedarfskündigungen zu erlassen.
Wir sind wütend darüber, wie die Stadt und Verwaltung, auch die neue Oberbürgermeisterin uns alle hier seit Monaten ignoriert. Stattdessen saßen sie vorgestern wieder in ihrem Stadtforum zusammen und haben sich auf die Schulter geklopft und bestätigt, dass doch alles gar nicht so schlimm sei – natürlich ohne uns.
Es reicht.
Heute sind wir hier ganz Viele und fordern unsere Stadt zurück.
Und wir werden nach heute auch nicht einfach nach Hause gehen und Ruhe geben,
Wir machen weiter und kommen wieder. Dann vielleicht vor dem Rathaus und vor der Landesregierung, vor den Büros von Vonovia oder Kretzschmar.
Solange, bis Ihr begreift und handelt:
Her mit den Wohnungen! Runter mit den Mieten!

