Wundertüte Mitteschön

2800 Sitzplätze ohne Nutzung

Für heute hatte Mitteschön eine Pressekonferenz einberufen und verkündet, was zu erwarten war: sie wollen das historische Kirchenschiff. Dieser Wunsch und das PR-Manöver waren so vorhersehbar und typisch Mitteschön, dass es schon sehr peinlich ist, dass über letzteres keine der beiden Tageszeitungen in Potsdam schreibt oder dies so kommentiert.

Es ist ein Manöver, welches mit Dombert und Schubert besprochen zu sein scheint. Denn nicht umsonst hat Schubert bereits im Hauptausschuss vor Wochen angekündigt, dass es Störmanöver geben wird.  Und jetzt ist es da. Mitteschön fordert die konservative Variante. Damit erscheint Schuberts Vorschlag endlich als ein Kompromiss. Die einen fordern das originale Schiff; die anderen sind dagegen und der OB hat ein Lösung – die keine ist! Aber darüber haben wir schon geschrieben.

Jetzt will Mitteschön ein Haus bauen LASSEN, in dem Gottesdienst und Veranstaltungen stattfinden sollen. Für Jugendarbeit reicht der Dachboden. In der Stadt stehen zahlreiche Kirchen – meist leer. Die Nikolaikirche hat die meisten Sitzplätze und davon sind die meisten meist ungenutzt. Ohne wirkliche Nutzung wäre auch dieser „Saal“. Schon vor Jahren hat es der ehemalige OB Jakobs abgelehnt, dieses Haus unter städtische  Betriebsführung zu nehmen, da die Betriebskosten ein Dauersubventionsgrab ergäben. Der  Nikolaisaal ist schon nicht ohne Zuschuss zu betreiben.

Der Bau dieses nutzlosen historische Kirchenschiff kostet nach heutigen Baupreisen mindestens 100 Mio. Euro. Doch dazu verliert Mitteschön kein Wort. Sie gehen wie immer davon aus, dass die öffentliche Hand das schon irgendwie bezahlen wird, wenn es keine Spender*innen gibt. So wie beim Turm. Hier haben die Initiatoren nicht mal die Hälfte der zur Verfügung stehenden Mittel über Spenden eingeheimst.

Richtig peinlich ist die Argumentation der Schönheitsfanatiker, dass es mit Schiff „runder, harmonischer“ aussehen würde.  Es geht wieder mal nur um den schönen Schein und nicht um wirkliche Auseinandersetzung mit der Geschichte des Bauwerkes und seiner Herren. „Mit diesem Ambiente würde man sicher tolle Gesprächspartner bekommen. Das klingt doch schon ganz anders, als wenn man in die Nagelkreuzkapelle eingeladen wird“, sagte Kuster. Das wäre sicher so. Bloß da kommt doch schon niemand außer den immer gleichen alten Leuten hin. Wie lächerlich würden die paar Hansel in einem Saal mit über 2000 Sitzplätzen aussehen. 

Was sagt uns Frau Kuster noch: In eine Nagelkreuzkapelle eingeladen zu werden, ist also eher peinlich. Weshalb ist denn dann diese „Profilgemeinde“ Teil der Nagelkreuzgemeinde geworden? Aus christlicher Überzeugung oder versöhnlicher Gesinnung? Nein, sondern weil das auch nur ein Ablenkungsmanöver war!

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