Game of Potsdam – eine Stadt im Würgegriff von Mäzenen

Wir dokumentieren:
In Potsdam ist ein neues Plakat aufgetaucht, was den Deal mit dem Milliardär und Mäzen Hasso Plattner thematisiert.

Update:

Wir haben ganz viele Nachfragen zu den Personen auf dem Plakat bekommen.
Vor allem die drei Hofnarren konnten offensichtlich nicht von allen zugeordnet werden.
Deshalb hier jetzt die Aufläsung:

Ganz links finden wir den Präsident der Uni Potsdam, Herrn Günther. Indentifiziert werden kann er durch sein Schild mit dem Logo der Uni und seinem verrückten Vorschlag, zur Lösung der Verkehrsprobleme eine Seilbahn vom Alten Markt zum Brauhausberg zu bauen.
Ansonsten ist Herr Günther vor allem durch eine unkritische Lobhudelei aller Pläne von Herrn Plattner ausgefallen und dadurch, dass er eine Beteiligung der Studierendenvertretungen vor vorgaugelt, sie aber gar nicht zulässt.

In der Mitte finden wir den Baubeigeordneten, Herrn Rubelt, der seine Aufgabe in Potsdam seit Jahren darin sieht, selbst die schlimmsten Investorenprojekte in der Stadt prioritär durch zu winken. Egal, ob ohne gültigen Bebauungsplan wie für Kretzschmar am Filmpark, mit russischem Erdölgeld wie beim ehemaligen RAW Gelände, ob dafür Wald gerodet werden muss wie beim Nuthewäldchen oder teure Eigentumswohnungen gebaut werden sollen – wer mit viel Geld lockt hat bei Rubelt immer ein offenes Ohr.

Und rechts sehen wir den Ministerpräsidenten des Landes, Herrn Woidke. Der ist vor allem Fan von Großprojekten riesiger Konzerne. Wer in Brandenburg Arbeitsplätze verspricht bekommt alles. So wie Tesla in Grünheide: Ob Waldrodungen, ein gigantischer Wasserverbrauch oder fehlende Arbeitnehmer*innenrechte – ist für ihn kein Problem. Und so ist er natürlich auch ein Fan von Hasso Plattner und SAP. Die neue Brandenburg – Fahne signalisiert das.

Auf satirisch – künstlerische Weise wird die Stadt im Würgegriff einer Hydra gezeigt. Plattner und sein Geschäftspartner Jan Kretzschmar, dem aktuell der Kreml auf dem Brauhausberg und fast alle Grundstücke rund um den Filmpark Babelsberg gehören stellen die Köpfe der Hydra. Diese umschlingt eine Auswahl an Gebäuden, welche schon jetzt oder in Zukunft (Campus Griebnitzsee) an diese gefallen sind.


Unterstützt wird die Hydra von drei Hofnarren, welche mit mehr oder weniger realen Witz (Stichwort Seilbahn auf den Brauhausberg) alles dafür tun, Potsdam und Brandenburg an reiche Mäzene zu verkaufen.
Wer erkennt sie??

Das Kunstwerk liegt offensichtlich an verschiedenen Orten der Stadt Potsdam aus, auch wir haben eine Anzahl Exemplare bekommen.
Inzwischen wurden Plakate auch am Campus Griebnitzsee, in Golm, rings um den Filmpark und der Innenstadt angebracht.

Auf jeden Fall ist dies eine neue, interessante Form der Auseinandersetzung mit dem Ausverkauf der Stadt und aktuell auch der Uni Potsdam an Menschen, welche mit ihrem Reichtum Stadtentwicklung prägen, Privatisierungen und kommerzielle Verwertung befeuern und von Politik und Verwaltung als Retter gefeiert werden.

Richtig heißt es denn am Ende des Plakates:

Privatisierungen stoppen! Mäzene enteignen! Stoppt den Plattnerdeal! Die Stadt gehört uns!

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