Machbarkeitsstudie macht Respektlosigkeit deutlich

Die Verwaltung stellt Studie zum Weiterbetrieb des Rechenzentrum vor: Kompletterhalt plus Sanierung ist langfristig die günstigste Variante!

So sieht die Transparenz der Schubert-Verwaltung aus: Nicht das Parlament als Auftraggeber oder die Betroffenen im RZ werden zuerst informiert, sondern die Lokalpresse. Sicherlich, damit sich das Ergebnis von der teuren Sanierung erst mal in den Köpfen festsetzt, bevor die Gegenrechnung erfolgt oder eine Prüfung aufzeigt, dass zahlreiche Annahmen auch anders getroffen werden könnten (z.B. keine Luxussanierung). 

Gleichzeitig wird ein Vergleich der Mietkosten mit den quersubventionierten Anfangsmieten in Teilen des neu zu bauenden KreativQuartiers vorgenommen. Die Verwaltung vergleicht Äpfel mit Birnen und verwechselt „miteinander Reden“ mit „einseitiger Information“.

Ein Tag vor dem Pressetermin der Stadt erfuhren die Nutzer*innen des RZ von der Presse (!), dass es eine Pressekonferenz zur Machbarkeitsstudie geben wird. Der FÜR eV hat entsprechend reagiert: So nicht!

Wir dokumentieren hier die PM des FÜR (Freundliche Übernahme Rechenzentrum e.V.)

So nicht! Am Donnerstagnachmittag lesen wir auf der Homepage der LHP die Einladung zu einem Pressegespräch.

Die Nutzerinnen und Nutzer des Rechenzentrums wurden in die Erstellung der Machbarkeitsstudie nicht einbezogen und wir wurden auch nicht über die Fertigstellung der Studie informiert. Wir werden also über die Presse von den Ergebnissen der Machbarkeitsstudie zur dauerhaften Nutzung des Rechenzentrums erfahren.

Das ist ein respektloser Umgang mit den Nutzerinnen und Nutzern des Rechenzentrums. Der Oberbürgermeister verspricht mehr Bürgerbeteiligung und konkret die Einbeziehung der kreativen Szene in die Entscheidungen zur Stadtentwicklung. Die Stadtverwaltung macht das Gegenteil und hält sich nicht an die Grundregeln eines partnerschaftlichen Umgangs.

Vertreter*innen des Rechenzentrums arbeiten konstruktiv an der Entwicklung des neuen Kreativquartiers mit und werden nun, wenn es um die Zukunft unseres Arbeitszusammenhanges geht, nicht beachtet.

Zu den Inhalten des Gutachtens werden wir uns äußern wenn wir Gelegenheit bekommen es zu lesen. Mit besten Grüßen Hermann Voesgen

Eigentlich ist dem kaum etwas hinzuzufügen, wenn sich nicht längst ins Bewusstsein der Bürger*innen eingebrannt hätte, dass da Methode dahinter steht. Die Kreativen werden als Alibi missbraucht, wenn es um den Bau des KreativQuartiers geht. Manchmal werden sogar ihre Voten in Beschlussvorlagen der SVV verdreht (wofür sich der Beigeordnete nach gewünschter Beschlussfassung auch brav entschuldigt). Nur, wenn es darum geht, die Kreativen konkret in die Weiterentwicklung ihrer Arbeitsstätte einzubeziehen, dann vergisst die Verwaltung sie. Sie werden vor vollendete Tatsachen gestellt.

Zur Schubert-Jahres-Bilanz schrieben wir als Netzwerk: „Es ist nicht zu verkennen, dass Herr Schubert bemüht ist, frischen Wind in die Stadtpolitik zu bringen. Zuweilen bringt das angestrengte Bemühen nur ein leises Lüftchen hervor, denn zu schwer sind die Lasten aus der Jakobs’schen Regentschaft, zu groß die Widerstände der bürgerlich-schönen Mitte. Und manchmal stimmt auch Richtung nicht, in der das Schiff segelt.“

In Anbetracht der aktuellen Entwicklung wird deutlich, dass der Kapitän seine Mannschaft nicht im Griff hat, denn den versprochen Kurs des Miteinanders hat der träge Tanker erneut verlassen.

Wirklich beachtenswert in der PM der Stadt (siehe unten) ist, dass die Sanierung des bestehenden Hauses langfristig eine stabile Kaltmiete von 10,27 € ermöglicht. Dies ist binnen weniger Jahre deutlich günstiger als eine Staffelmiete, welche bei 9 € beginnt und ohnehin nur für einen Teil der Quarties-Nutzer*innen gelten soll. Wenn dann noch Kostenbewusstsein statt Luxussanierung und genossenschaftliche Eigenleistung das Sanierungsprojekt charakterisieren, dann sind voraussichtlich auch einstellige Kaltmieten möglich. Gerade bei Sanierungen können zahlreiche Leistungen durch Eigenleistung der zukünftigen Betreiber*innen-Genossenschaft erbracht werden. Aber dazu fehlt bisher die Fantasie der Studienmacher- bzw. Auftraggeber*innen.

Langfristig ist der komplette Erhalt und die Sanierung des Rechenzentrums die wirtschaftlichste Lösung für die Kunst- und Kreativwirtschaft am Standort!

Hier der Link zur PM der Stadt  und „Gute Gründe“ das RZ zu erhalten:

https://www.potsdam.de/772-untersuchung-zur-wirtschaftlichkeit-einer-dauerhaften-nutzung-des-rechenzentrums-vorgestellt

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