Die Klagen der Hohenzollern

Seit dem Jahr 2014 führt Georg Friedrich Prinz von Preußen Verhandlungen mit der öffentlichen Hand um Entschädigungszahlungen für Immobilien, Kunstschätze und zur eigenen Reputation. Wir haben mehrfach über den Stand der Dinge, den „Sorgenprinz“ und dessen Verqiuckung mit der Politik des Landes berichtet. Nun melden sich viele „Betroffene“ zu Wort. Denn mit „Klagen“ ist nicht das Jammern der Enderbten, sondern sind deren juristische Klagen gemeint.

„Die Klagen der Hohenzollern“ weiterlesen

Hurra, die Hohenzollern ziehen ab!

500 Jahre Fremdbestimmung und 100 Jahre Parallelgesellschaft könnten ein Ende haben! Die in Kunst gegossene Selbstdarstellung und Überhöhung der Hohenzollern sollen laut Medienberichten ein Ende haben. Im Vermögenskonflikt um Kunstschätze und Entschädigungen drohen die Hohenzollern mit dem Abzug von Leihgaben aus öffentlichen Museen in Berlin und Brandenburg. Das geht aus einem Brief hervor, den Jürgen Aretz, Verhandlungsführer des Ururenkels des letzten deutschen Kaisers, vergangene Woche an die Brandenburger Ministerinnen Lange (Finanzen) und Schüle (Kultur) – beide SPD – schickte.

„Hurra, die Hohenzollern ziehen ab!“ weiterlesen

Weibliche Führerliebe … und die Hohenzollern-Frauen

Bisher unbekannte Geheimdienstberichte der amerikanischen Journalistin Sigrid Schultz zeigen, wie sehr sich auch die Frauen aus der kaiserlichen Hohenzollern-Dynastie für den Aufstieg des Nationalsozialismus engagierten. Die taz hat dazu einen exklusiven Beitrag von Karina Urbach in der Wochenendausgabe (30./31.01.2021 Seite 12/13). Schön, dass wenigsten international an dem so deutschen Thema gearbeitet wird, während hier die Kulissen der Hohenzollernherrschaft als Akt der Versöhnung hochgezogen werden.

„Weibliche Führerliebe … und die Hohenzollern-Frauen“ weiterlesen

Brandenburg und der Hohenzollernstreit

Am 19.01.2020 fand eine Online-Diskussion zum Thema statt. Die Landtagsfraktion der LINKEN stimmte sich und die Webgemeinde auf die Anhörung im Landtag am Folgetag ein. „Nach der Enteignung der Adelsfamilie wegen ihrer Mitverantwortung für die NS-Herrschaft im Land Brandenburg 1945 befinden sich die ehemaligen Schlösser und Gärten der Hohenzollern in öffentlicher Hand. Sie wurden restauriert, gepflegt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

„Brandenburg und der Hohenzollernstreit“ weiterlesen

Visitenkarte der Nation

Bauten von nationalistischer und kolonialer Bedeutung

Quelle: www.africavenir.org

Diesmal geht es nicht allein um die Garnisonkirche Potsdams, sondern deren sperriges Pendant in Berlin: das Humboldt-Forum. Die Stadtschloss-Attrappe sorgt dieser Tage für zahlreiche Schlagzeilen. Wenn es um das Forum geht, geht es um Kolonialismus, um die Exponate, genauso um Preußenidealisierung, Glaubensmissbrauch oder rückwärtsgewandte Architektur. Vor einigen Tagen wurde das Humboldt Forum in der Mitte Berlins nun teileröffnet, nur digital. Zum Glück gab es kein Fest um dieses Trauerspiel deutsch-nationaler Verklärung und Schuldverdrängung.

„Visitenkarte der Nation“ weiterlesen

Das Preußische Märchen – Oper, Operette oder Drama?

oder: Auch nichts gelernt (siehe gleichnamigen Beitrag vom 22.09.)

Cecilienhof: Gedenkstätte mit rotem Stern statt Wohnsitz mit schwarzem Adler

Am heutigen 23.09. vor 68 Jahren (1952) fand die Uraufführung der Ballett-Oper Preußisches Märchen im Opernhaus Berlin statt. Es geht in dem Stück um einen falschen Hauptmann, der eigentlich Schreiber bei der Stadtkasse ist. Es ist, wie im richtigen Leben, wo ein falscher Prinz sich in den Mittelpunkt spielt und ganz nebenbei die Staatskassen plündern will. Seit mehr als hundert Jahren gibt es keine Prinzen in diesem Land. Die Republik hat sie abgeschafft. Es gibt nur den Potsdamer Bürger mit Namen von Hohenzollern und seine märchenhaften Vorstellungen.

„Das Preußische Märchen – Oper, Operette oder Drama?“ weiterlesen

Aktion Sorgenprinz sorgt sich

KpL 2019

Ist der Hohenzollernprinz ein Erbschleicher? Haben „Aktion Sorgenprinz“ und „Sommerhilfe Hohenzollern“ eventuell staatsfeindliche Umtriebe unterstützt? Will der Prinz sich Leistungen erschleichen? Diese Fragen müssen wir alle uns stellen, nachdem der Staatsrechtler T.T. Straub in der PNN mahnt: „Der Staat sollte nicht mit Pseudo-Thronfolgern verhandeln“.

„Aktion Sorgenprinz sorgt sich“ weiterlesen

Antisemitismus bei den Hohenzollern

Des Kaisers rechte Gesellschaft  
Bildquelle: Bundesarchiv, Bild-102-14437

„Ich glaube, das Beste wäre Gas.“

„Die tiefste und gemeinste Schande, die je ein Volk in der Geschichte fertiggebracht, die Deutschen haben sie verübt an sich selbst. Angehetzt und verführt durch den ihnen verhaßten Stamm Juda, der Gastrecht bei ihnen genoß. Das war sein Dank! Kein Deutscher vergesse das je, und ruhe nicht bis diese Schmarotzer vom Deutschen Boden vertilgt und ausgerottet sind! Dieser Giftpilz am Deutschen Eichbaum!“, schrieb der ehemalige Kaiser Wilhelm II. höchstpersönlich 1919 in einem Brief an einen seiner letzten Getreuen. Später glaubte er, „das Beste wäre Gas.“ Unbelehrbar, schickte Kaiser Wilhelm II. am 17. Juni 1940, ein Jahr vor seinem Tod, ein Glückwunschtelegramm an Adolf Hitler und gratuliert zum Sieg über Frankreich: „Unter dem tiefergreifenden Eindruck der Waffenstreckung Frankreichs beglückwünsche ich Sie und die gesamte deutsche Wehrmacht zu dem von Gott geschenkten gewaltigen Sieg ...“

Schon sein Vater, Kaiser Wilhelm I wusste sich zu positionieren. Er ließ am 19. Oktober 1878 im Reichstag „das Gesetz gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie“ verabschieden und legalisiert damit die von Otto von Bismarck zur Staatsdoktrin erhobene Sozialistenverfolgung. Das ist heute 141 Jahre her.

„Antisemitismus bei den Hohenzollern“ weiterlesen