Das Preußische Märchen – Oper, Operette oder Drama?

oder: Auch nichts gelernt (siehe gleichnamigen Beitrag vom 22.09.)

Cecilienhof: Gedenkstätte mit rotem Stern statt Wohnsitz mit schwarzem Adler

Am 23.09.1952 war die Uraufführung der Ballett-Oper Preußisches Märchen im Opernhaus Berlin. Es geht in dem Stück um einen falschen Hauptmann, der eigentlich Schreiber bei der Stadtkasse ist. Es ist, wie im richtigen Leben, wo ein falscher Prinz sich in den Mittelpunkt spielt und ganz nebenbei die Staatskassen plündern will. Seit mehr als hundert Jahren gibt es keine Prinzen in diesem Land. Die Republik hat sie abgeschafft. Es gibt nur den Potsdamer Bürger mit Namen von Hohenzollern und seine märchenhaften Vorstellungen.

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Nichts gelernt

Ein wütender Kommentar zum nächsten Luxusbauprojekt in Potsdam

Wir schreiben das Jahr 2020.
Hinter uns liegen unendlich viele öffentliche Debatten über die Wohnungspolitik in Potsdam.
Wir haben über Wohnungspolitische Konzepte gestritten, in Wahlkämpfen den bezahlbaren Wohnraum beschworen, es gab Mieter*innendemonstrationen, immer neue Berichte und Analysen über die ständig steigenden Mieten in der Stadt.

Das ist in vielen Städten des Landes so.
Deshalb wird überall nach Konzepten gesucht und darüber gestritten, wie die Städte für die Menschen wieder bezahlbar werden, wie Politik wieder Einfluss auf Bauen, Wohnen und Mieten bekommen kann.

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Das Strandbad schlägt weiter Wellen …

Der „Reale Irrsinn“ rund um das Strandbad Babelsberg schlägt weiter – auch überregionale – Wellen. Oder anders gesagt, Mit dem 8 Mio. € teuren „Kompromiss“ für eine Kurve eines historischen Weges ernten Stadt und Stiftung Preußische Schlösser und Gärten weiter Kopfschütteln und inzwischen sogar die Aufmerksamkeit von Boulevardmedien.
Letzte Woche war nun RTL Explosiv da und hat sich die tolle Kurve angeschaut.
Jier kann man sich die Sendung ab Minute 8 anschauen:

https://www.tvnow.de/shows/explosiv-75/2020-08/episode-163-sendung-vom-24-08-2020-3334842

Stadt und SPSG waren übrigens zu keiner Stellungsnahme vor der Kamera bereit.

Dafür hat sich der Bund der Steuerzahler mit einer merkwürdigen Stellungnahme zu Wort gemeldet, die wir hier veröffentlichen wollen:

Wir haben natürlich nachgefragt, wie der Bund der Steuerzahler zu der völlig unkritischen und tendenziösen Position kommt, denn mit denen, die er in Potsdam vertreten soll – also Steuerzahler*innen hat er offensichtlich nicht gesprochen.

Wie sollte es sonst zu solchen Aussagen kommen: „eine für alle von Vorteilen geprägten Nutzung“ oder „ein Gewinn für alle drei Parteien“???
Die Institution, welche genau auf Zahlen schauen sollte, verwendet gar keine. Es gibt keine Auflistung der konkreten Kosten, im Gegenteil, bei der sehr allgemeinen Beschreibung fehlen viele Kostenpositionen wie der Abriss funktionsfähiger Gebäude, die Zwischenlösung in Containern und vor allem der Neubau, für den sogar Mittel des Bundes in Millionen – Höhe beantragt wurden.

Wir können nur spekulieren, wer dem Bund der Steuerzahler diese merkwürdige und unseriöse Stellungnahme diktiert hat. Gut recherchiert ist sie nicht und ganz bestimmt nicht im Interesse der Steuerzahler*innen!

Beschleunigte Verfahren beim RAW – Die Prioritäten der Stadtverwaltung in Potsdam

Gestern hat die Stadtverwaltung über den Stand der Bauleitplanung für das große, umstrittene und überdimensionierte Projekt eines IT Campus auf dem ehemaligen RAW Gelände informiert.

Und – siehe da – die Stadtverwaltung hat ganz offensichtlich richtig fleißig gearbeitet!
Auf der Seite des Rathausinformationssystems :

https://egov.potsdam.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=31913

sind sämtliche Pläne, Karten und Abwägungen veröffentlicht – das sind allein 18 Anlagen, Hunderte Seiten, Dutzende Karten und ganz ausführliche Rechtsanalysen.

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Der reale Unsinn

ist am Montag den 10.08.2020 Thema im arte-journal. 19:20 Uhr geht es los. Nachdem letzte Woche Potsdam wiederholt Anlass für den realen Irrsinn von extra3 war, ist nun die Posse um den Bau der Garnisonkirche europaweit Thema.

ACHTUNG: DER SENDETERMIN WURDE VERSCHOBEN! Die Anlässe in Beirut und Minsk sind der Grund für die kurzfristige Programmänderung. Es gibt Wichtigeres und Schlimmeres als die Garnisonkirche! Wir dürfen gespannt sein, wie lange und wie viele Diktatoren die EU noch gewähren lässt.  Wofür steht Europa? Für ein nationales Sammelsurium oder eine demokratische Gemeinschaft? In diesem Kontext passt auch das Thema Aufbau der Garnisonkirchenkopie. Das Original war schon ein monarchistisches, antidemokratisches Machtsymbol. Und der Wiederaufbau ist ebenfalls von nationalistischer Bedeutung.

Als neuer Sendetermin ist der 20.08. geplant.

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„Der reale Irrsinn“

Morgen, Mittwoch, den 5. August 2020 in der Satiresendung extra3 um 22.50 Uhr im NDR – und in der bitteren Realität beim Streit um die unsinnige Verlegung des Strandbads Babelsberg.

Hier ist die Pressemitteilung des Netzwerkes „Stadt für alle“ – auch zur Welle der Bußgeldbescheide, mit denen die Stadt Potsdam aktuell Aktivist*innen und Bürger*innen überzieht:

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Weiter recherchieren!

Wem gehört Potsdam?

Nach der großen öffentlichen Aufmerksamkeit für unsere Recherche zu den Geschäftsmodellen internationaler Immobilien – und Finanzinvestoren in Potsdam machen wir natürlich weiter!

Auch, weil die Reaktionen und Konsequenzen aus Verwaltung und Politik der Stadt Potsdam in einem Wort zusammen zu fassen sind: Nichts.

Deshalb wollen wir hier unsere Recherchewege öffentlich machen.
Wie sind wir vorgegangen, welche Quellen haben wir verwendet, wie können Mieter*innen rausbekommen, wem sie eigentlich Miete bezahlen.

Wir wollen damit Mieter*innen in Potsdam Mut machen, selbst aktiv zu werden, zu recherchieren und sich zu organisieren.

Gleichzeitig bieten wir weiter an: Schickt uns Eure Mietverträge, dubiose Namen von neuen Eigentümern, Betriebskostenabrechnungen u.s.w.
Wir bleiben dabei: Nur, wenn die Menschen in der Stadt wissen, wem sie gehört, können sie auch Widerstand leisten und ihre Freiräume erkämpfen!

Eine Chance zur Versöhnung

Mosaik „Die Beziehung des Menschen zu Natur und Technik“; Josep Renau, Erfurt

Die Wüstenrot-Stiftung interessiert sich für den Erhalt des Fritz-Eisel-Mosaiks, wenn auch das RZ erhalten bleibt. Libeskind will sich mit seiner architektonischen Keilschrift ebenfalls im Geschichtsbuch der Stadt verewigen. Auch der lernort-garnisonkirche.de zeigt, dass es ein überregionales Interesse an diesem Ort gibt. Arte – der Kulturkanal berichtet über die Stadt, das Rechenzentrum. Ein Vereinsziel des FÜR e.V.: „Erhalt des Mosaiks in situ“ findet auf nationaler Ebene endlich Widerhall. Und die GK-Stiftung poltert im bekannten Stil – unversöhnlich.

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Von Potsdam nach Panama und zurück

Wir hätten nie gedacht, so weit zu kommen.
Nach 6 Monaten intensiver Recherche, über 150 Dokumenten, vielen heißen Diskussionen veröffentlichen wir die Ergebnisse einer Recherche über das Geschäftsmodell eines international aufgestellten Konstrukts von Finanz – und Immobilieninvstoren in Potsdam.

Diese Dokumentation wurde von einem Rechercheteam im Netzwerk „Stadt für alle“ Potsdam erstellt. Ohne die Unterstützung von Übersetzer*innen, Grafiker*innen und vor allem dem Recherchenetzwerk „Correctiv“ wären wir nie soweit gekommen!

Danke!
Das geht natürlich an das Rechercheteam, den Grafiker, Übersetzer*innen und die Linke Potsdam für die finanzielle Unterstützung!!!

Die Dokumentation ist öffentlich! Sie kann heruntergeladen und soll verbreitet werden.
Eine „Stadt für alle“ geht nur mit dem Wissen darum, wem sie gehört!
Wir bitten lediglich, auf die Urheberschaft des Netzwerkes „Stadt für alle“ Potsdam zu verweisen.

Bei Fragen und Anregungen, wenn Ihr selbst solche Netzwerke erkunden wollt, wendet Euch an uns:

blog@potsdam-stadtfueralle.de

Ein erstes Fazit

Auf der hier anhängenden Erklärung ziehen wir ein erstes Fazit und wenden uns an die Politik und Verwaltung der Stadt Potsdam:

  • Schaffen Sie Transparenz! Die Bürger*innen der Stadt haben ein Recht darauf, zu wissen, „wem Potsdam gehört“! Machen Sie öffentlich, wenn internationale Finanz – und Immobilieninvestor*innen in Potsdam kaufen, verkaufen, investieren und spekulieren!
  • Erlassen und verabschieden Sie so schnell wie möglich eine Zweckentfremdungsverordnung! Darin muss ein klares Verbot der Umwandlung regulärer Mietwohnungen in „Möblierte Wohnungen zum befristeten Gebrauch“ enthalten sein!